WIEN

Herausgeber/innen, Redaktion, Bearbeiter/innen, Inhalt

Herausgeber
Wiener Stadt- und Landesarchiv
Ludwig Boltzmann Institut für Stadtgeschichtsforschung
Verlag Franz Deuticke
 
Österreichischer Städteatlas, 1. Lieferung 1982
Matthaeus Merian, Vienna Avstriae (von Norden), 1649, aus: Matthaeus Merian, Topographia Provinciarum Austriacarum …, Franckfurt am Main 1649. (Faksimileausgabe mit einem Nachwort, hg. von Lucas Heinrich Wüthrich, Kassel und Basel 1963) nach Seite 42.
Siegel der Stadt Wien nach 1221, Umschrift: SIGILLVM CIVIVM WINNENSIVM Ř 7,5 cm, Original im Wiener Stadt- und Landesarchiv (Hauptarchivurkunde von 1365 April 12), Abbildung 1:1.
Ferdinand Opll, Wien. Kommentar zur Siedlungsgeschichte.
Wien zur Zeit der ersten Türkenbelagerung.
Veränderungen des Wiener Gebietsstandes im Zeitraum von 1850–1982.
Moderne Stadtkarte 1:5.000,1975/79.
Wien 1829. Franziszeischer Kataster 1:2.500.
Ferdinand Opll, Wachstumsphasen von Wien 1:5.000.
Ansicht der Stephanskirche.
Umlandkarte von Wien (Franziszeische Landesaufnahme, 1809/19) 1:25.000.
Grenzen im Wiener Raum. Stadt und engeres Umland von der Römerzeit bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts.
Folbert van Alten-Allen, Vogelschauplan von Wien 1683.
Wien 1829 mit Vororten 1819/21. Franziszeischer Kataster 1:10.000 (2. Lieferung).
 
Österreichischer Städteatlas
Wissenschaftliche Gesamtleitung: Felix Czeike, Renate Banik-Schweitzer
Redaktionelle Leitung: Ferdinand Opll
Kartographische und technische Leitung: Erich Kopecky
Ständige kartographische Mitarbeit: Hans-Michael Putz
Herausgeber: Wiener Stadt- und Landesarchiv, Ludwig Boltzmann Institut für Stadtgeschichtsforschung
Verlag: Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Druck: Kartographische Anstalt Freytag-Berndt und Artaria, Wien
© Wiener Stadt- und Landesarchiv, Wien – Ludwig Boltzmann Institut für Stadtgeschichtsforschung, Linz-Wien – Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Alle Rechte vorbehalten.
ISBN 3–7005–4465–0

Frühe Stadtansicht und ältestes Stadtsiegel

Kommentar

Wien liegt großräumig gesehen an der Nahtstelle von Alpen, Karpaten und Böhmischer Masse, es kann als Knotenpunkt an der Verknüpfungsstelle der kennzeichnendsten Großlandschaften Europas angesprochen werden. Die heutige Stadt hat Anteil an sehr unterschiedlichen Landschaftszonen, in ihrem Bereich finden wir die Bergketten des Sandstein-Wienerwaldes, Ausläufer der Thermenalpen, der östlichsten Berggruppe der Nördlichen Kalkalpen, aber auch die weiten Ebenen des Marchfeldes und des Wiener Beckens (1)×1H. TRIMMEL, Die Lage W.s, in: Naturgesch. W.s Bd. I (1970) S. 1 ff. u. E. LICHTENBERGER, Stadtgeograph. Führer W. (= Samml. geograph. Führer 12, 1978) 1 u. 4 ff..
Läßt sich die Besiedlung des Wiener Raumes bereits in prähistorischer Zeit nachweisen (2)×2M. MUCH, Die Urzeit, in: Gesch. d. St. W. I (1897) S. 27 ff. und O. MENGHIN, Der urgeschichtl. Boden W.s, in: W„ sein Boden u. seine Gesch., hg. v. O. ABEL (1924) S. 151 ff.; vgl. dazu auch das Standardwerk von R. PITTIONI, Urgesch. d. österr. Raumes. (1954), in dessen Register Hinweise auf die Funde im Stadtgebiet gegeben werden., so haben im Bereich der Innenstadt die Römer als erste archäologisch auswertbare Spuren hinterlassen. Im Zusammenhang mit dem Aufbau einer festen Grenzorganisation des Römischen Reiches gegenüber seinen germanischen Nachbarn kam es um 100 n. Chr. zur Anlage des aus Stein erbauten Limeslagers Vindobona, nachdem römische Truppen auch schon vorher auf Wiener Boden stationiert gewesen waren (3)×3A. NEUMANN, Vindobona. Die röm. Vergangenheit W.s. (1972), Vindobona. Die Römer im W.er Raum. (Katalog d. 52. Sonderausstell. d. Histor. Museums d. St. W., 1977/78) S. 84 ff. und O. HARL, Vindobona. Das röm. W. (W.er Geschichtsbücher 21 /22, 1979).. Die Mauern dieses Kastells und damit seine äußere Begrenzung haben im Grundriß der Stadt deutlich erkennbar fortgewirkt, und bis heute bezeichnet die Linie Rotgasse-Kramergasse-Graben-Naglergasse-Heidenschuß-Tiefer Graben den Umfang des antiken Vindobona. Die Nordgrenze gegen die Donau zu am Steilhang zum Fluß hat sich dagegen nicht erhalten, mußte doch schon bei der Anlage des Lagers aus Rücksicht auf den Verlauf der Donau von der sonst üblichen, regelmäßigen Grundrißform eines Legionslagers abgegangen werden (4)×4Zur Außenbegrenzung des Römerlagers vgl. künftig F. OPLL, Grenzen im W.er Raum. (Kommentar zum Histor. Atlas von Wien).. Die Innengliederung von Vindobona, die einzelnen Bauten, wurden von der späteren Entwicklung völlig überlagert und lassen sich in ihrer Gesamtheit nicht mehr rekonstruieren. Von den Verkehrsverbindungen hat sich zwar die N-S-Achse (Marc-Aurel-Straße-Tuchlauben) erhalten, der W-O-Zug weicht aber im Mittelalter charakteristischerweise von dem der antiken Via Principalis ab (5)×5Diese Erkenntnis wurde erst durch die Auffindung des Osttores von Vindobona in den 30er Jahren unseres Jhs. ermöglicht, NEUMANN (1972) S. 76 und künftig OPLL, Grenzen. – Zur geänderten Situation im (Früh)Mittelalter vgl. H. LADENBAUER-OREL, Archäolog. Stadtkernforsch, in W., in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 21/22 (1965/66) S. 49 ff..
Rings um das Legionslager haben Funde im Bereich der Wiener Innenstadt (Fleischmarkt, Stock-im-Eisen-Platz, Neuer Markt, Gegend der Stallburg, Ballhaus- und Minoritenplatz, Freyung und Renngasse) aber auch außerhalb der heutigen Ringstraße (Votivkirchenpark, Währinger Straße) die Existenz ausgedehnter Gräberfelder erwiesen, die bis ins 1. Jh. zurückgehen. Im Zusammenhang damit – allerdings ohne eindeutigen archäologischen Nachweis – dürfen wir auch den Bestand von Canabae, entstanden aus den Buden- und Zeltstädten der den Legionen folgenden Händler-und Gewerbetreibenden, annehmen (6)×6HARL, Das Territorium von Vindobona, in: Vindobona-Katalog (1977/78) S. 101 ff.. Eine Zivilsiedlung außerhalb der Innenstadt lag im Bereich östl. des Wienflusses, ihre exakte Lokalisierung ist freilich problematisch. Die bisherigen Funde im 3. Bezirk (Rennweg, Oberzellergasse, Engelsberg- und Riesgasse) gehören nach letzten Forschungsergebnissen eher nur zur westlichen Peripherie der Zivilstadt, deren Zentrum mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Gelände der Rennwegkaserne und des Zentralviehmarktes von St. Marx lag (7)×7HARL, Die Zivilsiedlung im 3. Bezirk, in: Vindobona-Katalog (1977/78) S. 108 ff..
Bereits im Laufe der Auseinandersetzungen mit den Markomannen in der zweiten Hälfte des 2. Jhs. war Vindobona in Mitleidenschaft gezogen worden, der Einfall nomadisierender Völker zu Anfang des 5. Jhs. führte zu einer Zerstörung des hiesigen Römerlagers (8)×8HARL, Vindobona (1979) S. 177 ff.. Die folgenden Jhh. bis etwa um die Jahrtausendwende sind eine ausgesprochen dunkle, kaum durch historische Zeugnisse erhellte Epoche in der Entwicklung von Wien. Infolge des weitgehenden Fehlens schriftlicher Nachrichten sind wir auf die Ergebnisse von Archäologie, Ortsnamenkunde und Siedlungsformenlehre zur Rekonstruktion dieses Zeitraumes angewiesen (9)×9OPLL, Die Entwicklung des W.er Raumes bis in die Babenbergerzeit, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 11 ff.. Von archäologischer Seite her konnte jedenfalls eindeutig nachgewiesen werden, daß im Nordostbereich des Legionslagers, etwa um die spätere Ruprechtskirche, die Besiedlung durch die katastrophalen Ereignisse vom Anfang des 5. Jhs. nicht unterbrochen wurde (10)×10LADENBAUER-OREL, Der Berghof. Archäolog. Beitrag zur frühesten Stadtgesch. (W.er Geschichtsbücher 15, 1974); weitere Arbeiten von LADENBAUER-OREL zu diesen Fragen zitiert bei OPLL, in: Jb. Ver. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 8 Anm. 8.. Dieser Befund paßt nun nicht nur zu der Aufdeckung langobardischer Gräber in der Salvatorgasse (6. Jh.), er wird in seiner Bedeutung für die Frühgeschichte Wiens auch durch die Angaben bei Jans Enikel über die Bedeutung des Berghofs in heidnischer Zeit gestützt (11)×11OPLL, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 18. Jansen Enikels Fürstenbuch, ed. Ph. STRAUCH. MGH Dte. Chroniken III/2 (1900) S. 600 V. 65 ff.. Halten wir dazu noch die besonders geschützte Lage dieses Bereiches des alten Römerlagers, der dessen höchstgelegene Stelle einnahm, und stellen wir auch die Gründung der Ruprechtskirche, die ihrem Patrozinium nach eindeutig in die von der Salzburger Diözese dominierte Epoche in der Entwicklung Wiens und damit wohl doch in die karolingische Zeit zu datieren ist (12)×12Zur Frühgesch. v. St. Ruprecht zuletzt R. PERGER-W. BRAUNEIS, Die mittelalterl. Kirchen u. Klöster W.s (W.er Geschichtsbücher 19/20, 1977) S. 26 ff., in Rechnung, so wird die NO-Ecke des Legionslagers recht eindeutig als die älteste frühmittelalterliche Restsiedlung in Wien erkennbar. Daneben ist der Bereich um St. Peter zu nennen, das zwar vielleicht auf einen antiken Vorgängerbau zurückgehen kann, als Kirche aber trotz der Lazius-Legende von der Gründung durch Karl d. Gr. wohl doch erst dem 11. Jh. angehören dürfte (13)×13Zu St. Peter vgl. ebenfalls PERGER-BRAUNEIS, Kirchen u. Klöster (1977) S. 17 ff. und zuletzt K. LOHRMANN, Die Besitzgeschichte des W.er Raums vom Ausgang des 11. bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 60 ff.. Die Siedlung um St. Peter weist nun in ihrem Grundriß haufendorfartige Züge auf und wird dementsprechend ins 5.-8 Jh. datiert (14)×14A. KLAAR, Der mittelalterl. W.er Stadtgrundriß, in: F. WALTER, W. Die Gesch. einer dt. Großstadt an d. Grenze Bd. I. (1940) S. 267 f. und DERS., Die Siedlungsformen W.s (W.er Geschichtsbücher 8, 1971) S. 10. Zustimmung fand dieser chronolog. Ansatz vor allem bei K. OETTINGER, Das Werden W.s. (1951), dessen eigene Theorien überaus befruchtend wirkten, sich jedoch nur zum Teil durchsetzen konnten.. Diese chronologische Bestimmung ist jedenfalls im Vergleich mit dem Bereich um den Berghof und St. Ruprecht eher auf das Ende dieses Zeitraums und damit in die karolingische Epoche (um oder nach 800) zu präzisieren (15)×15Zuletzt vgl. dazu OPLL, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 17 ff.. Die Chancen einer allmählichen Konsolidierung dieser Restsiedlungen schwanden aber bereits in der zweiten Hälfte des 9. Jhs. wieder dahin, als die Ungarn als drittes Reiternomadenvolk nach den Hunnen und den Awaren unseren Raum überrannten. Dabei wurde der Name Wien zum ersten Mal seit der Spätantike wieder erwähnt (881) (16)×16Diese Nennung wurde von E. KLEBEL, Eine neuaufgefundene Salzburger Geschichtsquelle, in: Mitt. Ges. f. Salzbg. LK. 61 (1921) S. 37 entdeckt; vgl. auch Annales ex Annalibus luvavensibus antiquis excerpti, ed. H. BRESSLAU. MGH SS XXX/2 (1934) S. 742: „Primum bellum cum Ungaris ad Weniam.” – Zur Interpretation dieser Annalenstelle OPLL, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W, 35 (1979) S. 27.. Auch für das 10. Jh., als Wien jedenfalls unter ungarischer Herrschaft stand, ist der Fortbestand der Siedlung in bescheidenen Formen als gesichert anzunehmen (17)×17OPLL, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 17 und 27 f.. Die östlichen Nachbarn blieben freilich auch nach der Lechfeldschlacht (955) und ihrer in der Folge eingeleiteten Zurückdrängung bis in das 12. Jh. eine latente Gefahr für Wien, dessen Nennungen im 11. Jh. etwa (18)×18Zu 1030: Annales Altahenses maiores, ed. G. H. PERTZ. MGH SS rer. Germ. (1868) S. 19, vgl. dazu BÖHMER-APPELT, Regesta Imperii 111/1 /1; Konrad II. (1951) Nr. 1 58 b. – Zu 1043: Kaiserchronik eines Regefisburger Geistlichen, ed. E. SCHRÖDER. MGH Dte. Chroniken I (1895) S. 377 V. 16.431 ff. stets im Zusammenhang mit militärischen Operationen gegen die Ungarn stehen. Dennoch brachte dieser Zeitraum den bedeutendsten Aufschwung der Siedlungstätigkeit in Wien vor der Stadtherrschaft der Babenberger.
Bereits in die erste Hälfte des 11. Jhs. weist der dreieckförmige Platz an der Tuchlauben bei der Abzweigung der Kühfußgasse (19)×19KLAAR, Siedlungsformen W. s. (1971) S. 18 f.. Diese Datierung ermöglicht weitere Einblicke in die damaligen örtlichen Gegebenheiten: Zunächst ist aus der Anlage dieses Platzes eine Verbindung vom Berghof zur Peterskirche und damit ein Zusammenwachsen der beiden frühmittelalterlichen Restsiedlungen zu erkennen. Darüber hinaus ergibt sich aber auch die Möglichkeit, die ihrem Verlauf nach keinesfalls in die Antike gehörende Mauer Seitzergasse-Parisergasse-Stoß-im-Himmel in eben dieselbe Entwicklungsphase zu datieren (20)×20So erstmals gegen die ältere Forschung bei E. NOWOTNY, Das röm. W. u. sein Fortleben, in: Mitt. Ver. f. Gesch. d. St. W. 4 (1923) S. 17, in zeitlicher Hinsicht präzisiert bei OETTINGER, Werden W. s. (1951) S. 5, 107 und 108 Abb. 9.. Damit haben wir aber erstmals seit der Römerzeit eine neuerrichtete Außenbegrenzung der Wiener Siedlung vor uns. In diese Epoche der räumlichen Entwicklung Wiens gehören wohl auch das Katzensteigtor am Nordostrand des Bereiches um St. Ruprecht und das neue Osttor der Siedlung, das Ungartor am Lichtensteg. Hier, im Osten des römischen Legionslagers, liegt somit die Keimzelle des mittelalterlichen Wien. War es im Westen des antiken Lagerterritoriums zu einem weitgehenden Verfall der topographischen Gegebenheiten gekommen – dort weicht die mittelalterliche Wipplingerstraße von der Via Principalis ab, berührt diese nur in der Porta Principalis Sinistra –, so knüpft man im Osten an die römischen Reste an, verlegt aber zur Zeit des ersten erkennbaren Siedlungsaufschwungs (11. Jh.) das alte Außentor bewußt an eine neue Stelle (21)×21Künftig OPLL, Grenzen (wie Anm. 4).. In der zweiten Jahrhunderthälfte entsteht dann erstmals eine außerhalb des Römerlagers gelegene Siedlung zwischen Bäckerstraße und Sonnenfelsgasse, die ihrerseits auch wieder auf das im Vergleich zur Antike verlegte Osttor am Lugeck hinweist (22)×22OETTINGER, Werden W. s. (1951) S. 99 und 122 sowie KLAAR, Siedlungsformen W. s. (1971) S. 22 f. – Die Hypothese OETTINGERS (S. 112 ff.) über eine Stadtburg im Bereich Tuchlauben-Judenplatz hat keinen Widerhall gefunden, basiert auch insgesamt auf unzureichenden Argumenten.. Diese vorstädtische Siedlung findet im übrigen vor der späteren Stadt ihre Entsprechung in frühen Nennungen von Simmering und Schwechat (23)×23OPLL, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 28 f.. Etwa in diesem Umfang präsentiert sich Wien zum Zeitpunkt der Erwerbung der Stadtherrschaft durch die Babenberger (vor 1137) (24)×24Im Tauschvertrag von Mautern von 1137 sind die Babenberger zum ersten Mal als Inhaber der Herrschaft über diesen Platz bezeugt, ÜB. zur Gesch. d. Babenberger in Österreich I, bearb. v. H. FICHTENAU u. E. ZÖLLNER. (1950) S. 14 Nr. 11. Zur Erwerbung der Herrschaft vgl. K. LECHNER, Die Babenberger. (Verö ff. d. lnst. f. österr. Geschichtsforsch. 23, 1976) S. 244 und jetzt auch LOHRMANN, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 39 ff..
Dieses Geschlecht baut die Siedlung im 12. Jh. systematisch zu einer Stadt aus (25)×25Zur Stadtwerdung W.s und zur Problematik der „civitas”-Nennung von 1137 vgl. OPLL, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 30 f., wo die Entwicklung von der Burgsiedlung zur Stadt behandelt ist., ein Prozeß, der mit der Errichtung der Stadtmauer (um 1200) abgeschlossen ist. Ehe dieser Abschluß jedoch erreicht ist, haben sich noch einige weitere Siedlungskerne im Bereich der heutigen Wiener Innenstadt herausgebildet, die es zu erwähnen gilt: Problematisch ist zunächst die zeitliche Einordnung des Gebietes um Maria am Gestade. Datierungen vor die Jahrtausendwende sind nur wenig glaubwürdig, eine Entstehung in der Mitte des 11. Jhs. ließe sich noch am ehesten auch mit dem vermutlichen Alter des Gotteshauses in Übereinstimmung bringen (26)×26KLEBEL, Zur Frühgesch. W. s, in: Abhh. zur Gesch. u. Quellenkunde d. St. W. IV (1932) S. 11 ff. nennt die Kirche noch in einem Zug mit St. Ruprecht, während KLAAR, in: WALTER, W. (1940) S. 268 den Bestand der dortigen Siedlung mit Sicherheit erst für das frühe 11. Jh. erkennen will; zur Kirche vgl. zuletzt PERGER-BRAUNEIS, Kirchen u. Klöster (1977) S. 34 ff., wo ihre Entstehung mit Sicherheit in die Zeit vor 1155 gesetzt werden kann.. Der Westrand des alten Römerlagers, aber auch das Gebiet westl. von diesem war in der Hand des Landesfürsten. Dort errichtete sich Heinrich II. Jasomirgott, ab dem die Babenberger in Wien ihre Residenz aufschlugen, seine Pfalz Am Hof, dort ließ er das älteste Wiener Kloster, das Schottenkloster (ab 1155) bauen und setzte damit im Westen einen ebensolchen baulichen Akzent, wie dies der Passauer Bischof mit St. Stephan im Osten getan hatte. Südlich des Römerlagers konnte – ebenso wie an den anderen bedeutenden Ausfallsstraßen (27)×27Zu den Straßen vgl. KLAAR, Das Altstraßennetz v. W., in: Jb. f. LK v. NÖ N. F. 37 (1965/67) S. 13 ff. mit Karte nach S. 16 und P. CSENDES, Die Straßen NÖ.s im Früh- und Hochmittelalter. (Diss. d. Univ. W. 33, 1969). – um die Wallnerstraße eine vorstädtische Siedlung (An der Langen Mauer) lokalisiert werden, die zeitlich in das Ende des 12. Jhs., vielleicht auch etwas früher zu setzen ist (28)×28PERGER, An der Langen Mauer. Die Vorstadt vor dem Peurertor, in: W.er Geschichtsbll. 30 (1975) S. 119 ff.. Die ebenfalls hier gelegene Michaelerkirche wird jetzt in den Anfang des 13. Jhs. datiert, während die Meinung von einer angeblichen Entstehung um 1100 heute als unbewiesene Hypothese gilt (29)×29OETTINGER, Werden W.s. (1951) S. 124 ff. wollte den Bau auf 1060–1120 datieren und definierte die Kirche als Spitalskirche im Zusammenhang mit dem Salzburger Kloster Michaelbeuern; seine Hypothesen konnten sich aber nicht behaupten, vgl. PERGER, Die Grundherren im mittelalterl. W. 1, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 19/20 (1963/64) S. 55 ff. Zuletzt vgl. PERGER-BRAUNEIS, Kirchen u. Klöster (1977) S. 76 ff.. Noch weiter südlich des Römerlagers ist sodann die Schaufellucke (erstmals 1310 genannt (30)×30F. CZEIKE, Das große Groner W. Lexikon. (1974) S. 738. – die heutige Schauflergasse) zu nennen, deren Bezeichnung als Lücke auf eine recht frühe Phase der Verbauung weist. Zudem läßt die Ausdehnung der babenbergischen Stadtmauer darauf schließen, daß man damit eben alle nicht allzu weit vom alten Römerlager entfernten Besiedlungszonen (Schottenkloster, Schaufellucke, Kumpflucke und Bäckerstraßensiedlung) in die Stadt einbeziehen wollte (31)×31Vgl. dazu die nach den Angaben von G. DÜRIEGL und R. PERGER gezeichnete Karte über die räum. Entw. W.s im Mittelalter, Kommentar in: W. im Mittelalter. (Katalog d. 41. Sonderausstell. d. Histor. Museums d. St. W., 1975/76) S. 72 ff.. Im Osten des römischen Legionslagers begründete der Bischof von Passau bereits in der ersten Hälfte des 12. Jhs. (1147 Weihedatum) die Stephanskirche (32)×32Zu St. Stephan vgl. neben PERGER-BRAUNEIS, Kirchen u. Klöster (1977) S. 45 ff. besonders V. FLIEDER, Stephansdom u. W.er Bistumsgründung. (Veröff. d. kirchenhistor. Inst. d. kath.-theol. Fak. d. Univ. W. 6, 1968) S. 31 ff. und erbaute damit – ähnlich wie etwa in Tulln – außerhalb der alten Siedlung seine Pfarrkirche (33)×33Die pfarrliche Entw. W.s ist bis ins 12. Jh. nicht mit Sicherheit zu klären; gegen KLEBEL, Frühgesch. (1932) bes. S. 63 f. (dazu H. WOLF, Die W.er Pfarre u. ihre Gründer, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 9, 1951, S. 7 ff.), der die schon im 11. Jh. genannte Pfarre Jedlesee als Mutterpfarre ansprach, dürfte die Entscheidung aber nur zwischen St. Ruprecht und St. Peter möglich sein, vgl. FLIEDER, Stephansdom (1968) S. 31 ff. und PERGER-BRAUNEIS, Kirchen u. Klöster (1977) S. 20.. Damit war im Osten nach der Bäckerstraßensiedlung des 11. Jhs. bereits ein zweiter Ansatzpunkt der Siedlungsverdichtung gegeben, und erst der Babenberger Heinrich II. setzte dem dann entscheidende Aktivitäten im Westen entgegen. Noch weiter im Osten ist die Kumpflucke (erstmals 1255 genannt (34)×34CZEIKE, W. Lexikon (1974) S. 600. – die heutige Kumpfgasse), die durch ein unverbautes Feld (Grünangergasse) von St. Stephan getrennt war, zu nennen; ihre Entstehung dürfte ähnlich wie bei der Schaufellucke (s. oben) noch vor 1200 anzusetzen sein. Südlich dieses Bereiches ist schließlich noch die Gegend um die Weihburggasse zu erwähnen, die ihrem Grundriß nach so auffällig von dem ansonsten östlich der Kärntner Straße üblichen Rastersystem abweicht, daß sie vor die zu Anfang des 13. Jhs. erfolgte planmäßige Verbauung dieses Gebietes zu setzen ist (35)×35PERGER, Grundherren 1, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 19/20(1963/64) S. 53 Anm. 130 und DERS., Grundherren 3, in: ebda. 23/25 (1967/69) S. 16 f. Folgt man der sehr wahrscheinlichen Interpretation des Mauterner Tauschvertrages durch PERGER, Grundherren 1, S. 45 ff., so könnte die Entstehung dieser Vorsiedlung in die Zeit nach 1137 gesetzt werden, da der Landesfürst das bei der Stadt gelegene Ausstattungsgut der (Stephans-) Kirche erhielt. – Zur Bezeichnung „wihpurch” vgl. OPLL, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 31 f.. Schließlich ist auch noch der Heiligenkreuzer Hof, einer der später so zahlreichen Stiftshöfe in Wien (36)×36Zu den Höfen vgl. F. REISCHL, Die W.er Prälatenhöfe. (1919)., mit Wahrscheinlichkeit bereits vor der Errichtung der Stadtmauer entstanden (37)×37H. WATZL, Aus zwei verschollenen Privilegienbüchern d. Cisterce Heiligenkreuz v. 1246 u. 1251, in: FS. zum 800-Jahrgedächtnis d. Todes Bernhards v. Clairvaux (1953) S. 412 Nr. 14..
Die skizzierte räumliche Entwicklung ist Ausdruck eines umfassenden wirtschaftlichen Aufschwungs der Siedlung. Zwar sind die Quellen im 12. Jh. noch recht dünn gesät, dennoch erhalten wir nicht nur Hinweise auf hier ansässiges Luxusgewerbe (Zusammenhang mit dem babenbergischen Hof!), wir wissen auch von der Bedeutung der Kreuzzugsbewegung, die eine wesentliche Verstärkung des Verkehrslebens auf der Donau mit sich brachte (38)×38K. LOHRMANN-F. OPLL, Regesten zur Frühgeschichte Wiens. ( = Forsch. u. Beitr. z. W. er Stadtgesch. 10, 1981) zu 1170.. All diese Beobachtungen ermöglichen gewisse Einblicke in die frühe Handelsgeschichte des Platzes. Läßt sich in der zweiten Hälfte des 12. Jhs. noch ein starkes Übergewicht der fremden, vor allem der Regensburger Kaufleute im Donauhandel erkennen, so schalten sich die einheimischen Kaufleute schon ab 1200 in den zukunftsträchtigen Handel mit Venedig direkt ein und lassen damit vorausschauendes, kluges Planen erkennen. Mit der Verleihung des Stapelrechts im ältesten Wiener Stadtrecht von 1221 trägt der Landesfürst dann auch den Gegeben heiten und Erfordernissen des West-Ost-Handels Rechnung und sichert damit die beherrschende Stellung Wiens im Donauhandel des Spätmittelalters (39)×39OPLL, Studien zur frühen W.er Handelsgeschichte, in: W.er GeschichtsbII. 35 (1980) S. 49 ff..
Um die Wende vom 12. zum 13. Jh. wurde die entscheidende Erweiterung des Stadtgebietes durchgeführt und dieses mit der neuen Stadtmauer begrenzt (40)×40Zur Errichtung der Babenbergermauer und deren Datierung PERGER, Grundherren 3, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 23/25 (1967/69) S. 96 ff., der durch eine exakte Erforschung der frühen Grundherrschaften in W. die alte Meinung von den mehrstufigen Stadterweiterungen (vgl. OETTINGER, Werden W.s., 1951, S. 173 ff.) widerlegen konnte.. Zur gleichen Zeit fielen weitgehend die – nun im Stadtinneren gelegenen – Reste der alten römischen Befestigung, in deren Folge etwa der Graben als Platz entstand (41)×41CZEIKE, Der Graben. (W.er Geschichtsbücher 10, 1972) S. 11 f. und die recht planmäßige Verbauung der südlich davon gelegenen Stadtteile in Angriff genommen wurde. Aber auch in der Altstadt, dem Römerlager, kam es zu gewissen Regulierungen, wenn etwa in eben dieser Epoche (Anfang 13. Jh.) der Hohe Markt (42)×42PERGER, Der Hohe Markt. (W.er Geschichtsbücher 3, 1970) S. 17 f. entstand. Solche Plätze, zu denen ja auch der Neue Markt zu zählen ist (43)×43CZEIKE, Der Neue Markt. (W.er Geschichtsbücher 4, 1970) S. 13 u. 17., waren deutliche Signale für den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt in dieser Epoche, ein Aufschwung, der sich nicht zuletzt im Entstehen von Siedlungen vor der nun bereits gewaltig erweiterten Stadt zeigte (1202 Zeismannsbrunn, das spätere St. Ulrich (44)×44WATZL, Heiligenkreuz, in: FS. Bernhard v. Clairvaux (1953) S. 458 Nr. 57.), aber sich auch an Gotteshäusern im vorstädtischen Bereich in dieser frühen Epoche ablesen läßt: An erster Stelle ist hier das Zisterzienserinnenkloster St. Niklas vor dem Stubentor (im Bereich von 3. Bezirk, Salmgasse-Rasumofskygasse) zu nennen, dessen Anfänge noch in das 12. Jh. zurückreichen. Bereits 1208 hören wir dann von der Existenz des vor dem Kärntner Tor (etwa 4. Bezirk, Porrhaus-Gründe) gelegenen Heiligengeistspitals und damit von einer Institution, die wesenhaft mit der mittelalterlichen Stadt verbunden ist. Vor den Stadtmauern ist aus der ersten Hälfte des 13. Jhs. auch noch das Kloster St. Maria Magdalena vor dem Schottentor (etwa 9. Bezirk, Währinger Straße-Hörlgasse-Kolingasse) zu erwähnen, das ebenso wie die meisten übrigen im Vorstadtbereich gelegenen Kirchen, Klöster und Spitäler der Ersten Türkenbelagerung von 1529 zum Opfer fiel. In der Stadt selbst sind eine große Zahl kirchlicher Gründungen aus dem 13. Jh. zu nennen, an deren Spitze die Niederlassung des Deutschen Ordens (Singerstraße 7) steht und zu denen des weiteren die Johanniterkommende, das Minoriten-, Dominikaner-, Jakober- und Himmelpfortkloster sowie eine stattliche Anzahl von Kapellen (angefangen von der Dreifaltigkeitskapelle im Hof Gottfrieds des Kämmerers von 1204-Judengasse 10–12) zu zählen sind (45)×45Einzelheiten bei PERGER-BRAUNEIS, Kirchen u. Klöster (1977) passim..
In politischer Hinsicht ist das 13. Jh. als der Zeitraum anzusprechen, in dem sich die städtische Verfassung mit Stadtrat und Bürgermeister ausbildet, denen der landesfürstliche Stadtrichter gegenübersteht. Die Stadtrechte der beiden letzten Babenberger und der ersten beiden Habsburger stellen Marksteine in dieser Entwicklung dar (46)×46Eine detaillierte Zergliederung der einzelnen Bestimmungen der mittelalterl. Stadtrechte W.s bei R. GEYER, in: MIÖG 58 (1950) S. 589 ff. – Zur Frage des ältesten Stadtrechtes zuletzt H. GRÖSSING, Das W.er Stadtrecht u. seine älteste Niederschrift, in: W.er GeschichtsbII. 26 (1971) S. 286 ff. – Zur politischen Gesch. W.s im 13. Jh. immer noch R. SCHUSTER, in: Gesch. d. St. W. I (1897) S. 190 ff.. Mit den neuen Landesfürsten aus habsburgischem Haus verband sich für die Stadt nicht nur der Verlust so mancher autonomer Rechte, die neuen Herzoge setzten auch verschiedentlich bedeutsame städtebauliche Aktivitäten, unter denen der Errichtung der Hofburg als eigener Residenz (47)×47OETTINGER, Werden W.s. (1951) S. 197 ff. vermutete schon unter Leopold VI. den Bestand einer neuen Pfalz im Bereich der Stallburg, was jedoch von der späteren Forschung zu Recht abgelehnt wurde, vgl. PERGER, Grundherren 1, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 19/20 (1963/64) S. 41. Die Hofburg geht in ihren Anfängen auf Befestigungsarbeiten unter Ottokar II. (1275) zurück, vgl. H. KÜHNEL, Die Hofburg. (W.er Geschichtsbücher 5, 1971) S. 10 ff. zweifelsohne die größte Bedeutung zukommt. Wenn sie dabei auf eine Befestigungsanlage aus der Zeit König Ottokars II. Przemysl (48)×48Zu dessen Herrschaft vgl. in unserem Zusammenhang jetzt CSENDES, König Ottokar II. Przemysl und die St. W., in: Jb. f. LK. v. NÖ N. F. 44/45 (1978/79) S. 142 ff. zurückgreifen, läßt sich auch für das Dominikanerinnenkloster St. Laurenz, das bei einem ebensolchen Bollwerk begründet wurde, mit einiger Wahrscheinlichkeit ein Zusammenhang mit den neuen Landesfürsten annehmen (49)×49Diese Verbindung wird auch dadurch wahrscheinlich, daß das habsburg. Dominikanerinnenkloster in Tulln mit einiger Wahrscheinlichkeit als Mutterkloster zu gelten hat, vgl. PERGER-BRAUNELS, Kirchen u. Kloster (1977) S, 201 ff..
In der ersten Hälfte des 14. Jhs. lassen sich die Habsburger dann mehrfach als Gründer und maßgebliche Förderer kirchlicher Institutionen in ihrer Residenzstadt nachweisen, wie dies beim St. Clara-Kloster (1305), dem Augustinerkloster (ab 1327), dem Hofspital St. Martin vor dem Widmertor (vor 1339, etwa 6. Bezirk, Getreidemarkt 9) und dem anfangs ebenfalls als Spital begründeten Kloster St. Theobald auf der Laimgrube (1343/48, etwa 6. Bezirk, Mariahilfer Straße 27) zu zeigen ist (50)×50PERGER-BRAUNEIS, Kirchen u. Klöster (1977) passim.. Auch die Stadt selbst tritt uns in dieser Epoche als Bauherr entgegen, sowohl das Rathaus in der Salvatorgasse (1316) als auch die Schranne, das Stadtgerichtsgebäude auf dem Hohen Markt (1325) werden damals genannt (51)×51Zum Rathaus vgl. CZEIKE, Das Rathaus. (W.er Geschichtsbücher 12, 1972) S. 15 ff., sein früherer Standort war vielleicht das sogenannte Schönbrunnerhaus, CZEIKE, W. Lexikon (1974) S. 748 f. Zur Schranne vgl. PERGER, Der Hohe Markt (1970) S. 30 ff.. In der Mitte des Jhs. kommt es unter Herzog Rudolf IV. dem Stifter (1358–1365) zu einer Fülle zum Teil recht radikaler Maßnahmen auf verschiedenen Gebieten des städtischen Lebens. Unter den uns hier am meisten interessierenden Aktivitäten in baulicher Hinsicht sind zweifelsohne der schon unter Rudolfs Vater, Herzog Albrecht II., begonnene Ausbau von St. Stephan sowie die Gründung der Wiener Universität an erster Stelle zu nennen (52)×52Zum Ausbau von St. Stephan FLIEDER, Stephansdom (1968) S. 177 ff., zur Universität F. GALL, Die Alte Universität. (W.er Geschichtsbücher 1, 1970)..
Ganz bezeichnend für den in so vielen Bereichen festzustellenden Niedergang im 15. Jh. mit seinen für die städtische Entwicklung so negativen Höhepunkten besonders während des habsburgischen Bruderzwistes in der Mitte des Jhs. ist auch der deutliche Rückgang in der Zahl der Neugründungen. Die Finanzkräfte der Stadt (53)×53Vgl. dazu O. BRUNNER, Die Finanzen der St. W. von den Anfängen bis ins 16. Jh. (Studien aus dem Archiv d. St. W. 112, 1929). Zur polit. Gesch. d. W.er Spätmittelalters immer noch grundlegend M. VANCSA, in: Gesch. d. St. W. II/2 (1905) S. 499 ff. waren in dieser Epoche vorwiegend auf den Ausbau der Befestigungen gerichtet, auch die Vorstädte wurden damals mit einem eigenen Schutzzaun umgeben (54)×54Vgl. W. HUMMELBERGER-K. PEBALL, Die Befestigungen W.s. (W.er Geschichtsbücher 14, 1974) S. 17 ff.. Als bedeutsames Ereignis der Verkehrsentwicklung in diesem Zeitraum ist die im Jahre 1439 angeordnete Errichtung der ersten Wiener Donaubrücke zu nennen (55)×55BÖHMER-HÖDL, Regesta Imperii XII: Albrecht II. 1438–1439 (1975) Nr. 1064; vgl. CZEIKE, W. Lexikon (1974) S. 443..
Zur Zeit der Ersten Wiener Türkenbelagerung (1529) präsentierte sich die Stadt, deren Einwohnerzahl auf etwa 20.000 zu beziffern sein dürfte (56)×56Zu dieser Zahl zuletzt PERGER, Beiträge zur W.er Verfassungs- und Sozialgesch. im Spätmittelalter, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 32/33 (1976/77) S. 11 ff., somit umgeben von nur schwach und unzulänglich befestigten vorstädtischen Siedlungen im Schutz der damals bereits veralteten Babenbergermauern. Die glückhafte Abwendung der osmanischen Bedrohung hinterließ vor allem in den Vorstädten einen Trümmerhaufen. Die vorstädtischen Palisadenzäune hatten ihre Aufgabe, die Verteidigung der Siedlungen rings um die Stadt zu ermöglichen, in keiner Weise erfüllen können, vielmehr war 1529 wie schon 1485 (Einnahme Wiens durch den Ungarnkönig Matthias Corvinus) ihre Unzulänglichkeit offenkundig geworden. Die Anlagen wurden daher in der Folge auch nicht mehr aufgebaut. Wohl aber ging man in den folgenden Jahrzehnten an den Umbau der Befestigungsanlagen der Stadt nach modernen Gesichtspunkten (Bastionen), ein Bauvorhaben, das erst in den siebziger Jahren des 17. Jhs. abgeschlossen werden konnte (57)×57L. EBERLE, in: Gesch. d. St. W. IV (1911) S. 218 ff., HUMMELBERGER-PEBALL, Befestigungen (1974) S. 29 ff.. In verfassungsgeschichtlicher Hinsicht wurde die Entwicklung der Stadt von der Stadtordnung Ferdinands I. von 1526 geprägt (58)×58Zuletzt F. BALTZAREK, Die Stadtordnung Ferdinands I. u. die städt. Autonomie im 16. Jh. in: W.er GeschichtsbII. 29 (1974) S. 185 ff., die als bedeutender Markstein im allmählichen Wandel vom mittelalterlichen, aktiv am politischen Leben der Stadt Anteil nehmenden Bürgertum zu den Untertanen der späteren Jhh. gelten darf (59)×59Dazu O. BRUNNER, Die Politik d. St. W. im späteren Mittelalter, in: Histor. Studien A. F. Pribram zum 70. Geb. (1929) 35.. In die baulichen und sozialen Verhältnisse gewinnen wir ab diesem Zeitraum genauer Einblick. Die Hofhaltung der Habsburger und der sich ausbildende Behördenapparat machten eine Heranziehung von Wohnraum für deren Bedürfnisse erforderlich. Die dabei angelegten Hofquartierbücher strebten eine möglichst detaillierte Erfassung der vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten in den Stadthäusern an und geben uns wünschenswerten Aufschluß über die bauliche, aber auch die soziale Struktur Wiens ab dem 16. Jh. (60)×60Vgl. E. LICHTENBERGER, Die W.er Altstadt. Textband-Kartenband (1977), besonders Textband, S. 42 ff.. Die Veränderung der baulichen Substanz läßt sich anhand von Stadtansichten gut verfolgen. Noch auf der Vogelschau des Jacob Hoefnagel (1609) ist das Vorherrschen des mittelalterlichen, gotischen Hausbestandes deutlich zu erkennen. Die relativ schmalen Häuser mit ihren der Straße zugekehrten Giebeln, an der Donaufront sogar noch die damals weiterverwendete babenbergische Stadtmauer prägen das Bild (siehe Titelblatt!).
Im Bereich der Vorstädte wurden die Verwüstungen von 1529 erst allmählich wieder beseitigt; neue Ortsnamen in diesem Bereich begegnen uns zumeist in größerem Abstand von der Stadt (1533 Laurenzergrund, 1555/68 Nikolsdorf) (61)×61OPLL, Erstnennung von Siedlungsnamen im W.er Raum. (Kommentar zum Histor. Atlas von Wien, Band 2)., ein echter Aufschwung der Besiedlung erfolgt erst nach der Zweiten Türkenbelagerung (1683). Rings um die Stadtmauer wird gegen den zähen Widerstand der hier Ansässigen ein breiter, unverbauter Gürtel, das Glacis, angelegt.
Das Jahr der Zweiten Türkenbelagerung (1683) bildet eine tiefe Zäsur innerhalb der städtebaulichen Entwicklung Wiens. Erneut wurden die Vorstädte in weiten Teilen verwüstet, und auch das umliegende Land wurde in weit größerem Ausmaß in Mitleidenschaft gezogen, als dies 1529 der Fall gewesen war. Der Sieg des Entsatzheeres über die Osmanen war aber anders als im 16. Jh. Ausgangspunkt für eine mehrere Jahrzehnte hindurch sehr erfolgreich geführte Offensive gegenüber der Hohen Pforte. Die Befreiung der Stadt von dem Druck einer latent vorhandenen Gefahr wirkte sich in einem ungeheuren Aufschwung der Bautätigkeit aus, deren Stilrichtung, der Barock, bis heute das Bild Wiens prägt (62)×62Zur Entw. d. Stadtbildes von der got. zur barocken Epoche vgl. CZEIKE, Das W.er Stadtbild in Gesamtansichten 2, in: Handb. d. St. W. 89(1975) M/S. 17 ff.. Anders als vor 1683 war es nun in besonderem Maße der Bereich der Vorstädte, wo die neuen Paläste des Adels bevorzugt entstanden. Einen nicht zu übersehenden Akzent setzte ja der Monarch selbst mit der Errichtung von Schloß Schönbrunn, womit sogar schon der vorstädtische Raum überschritten wird. Aus dem 18. Jh. haben sich dann bereits eine große Zahl von Veduten erhalten, die uns einen Eindruck vom Aussehen der Stadt und ihrer bedeutendsten Gebäude vermitteln. Von den Künstlern sind dabei vor allem Johann Adam Delsenbach (Reihe von Ansichten aus den Jahren 1713–1720), Salomon Kleiner (große Serie von Veduten 1724–1737, Darstellung des Belvederes 1731–1740), der Maler Bernardo Bellotto, genannt Canaletto (Gemälde aus den Jahren 1759–1760) und das Dreigestirn Carl Schütz, Johann Ziegler und Laurenz Janscha (Wiener Ansichten, seit 1779 erschienen) zu nennen (63)×63CZEIKE, W. Lexikon (1974) S. 84 f., 188 f., 55 f. u. 299.. Die Veränderung des gesamten Stadtbildes läßt sich darüber hinaus aber auch an dem großartigen Vogelschauplan des Joseph Daniel Huber (1769) ablesen.
Zu Anfang des 17. Jhs. kommt es im Zug der damals mit großer Durchschlagskraft eingeleiteten gegenreformatorischen Maßnahmen zur Gründung zahlreicher neuer Klöster und zur Niederlassung neuer Orden, eine Bewegung, die man mit dem Schlagwort „Klosteroffensive” umschrieben hat. Diese Welle von Gründungen zeigte sich zwar zum überwiegenden Teil in den Vorstädten (Klöster der Barmherzigen Brüder und der Unbeschuhten Karmeliter in der Leopoldstadt, Beschuhte Augustiner bei der Rochuskirche auf der Landstraße, Paulaner auf der Wieden, Schwarzspanier am Alsergrund und Serviten in der Roßau), läßt sich aber doch auch in der Stadt selbst mit einigen Beispielen belegen (Barnabiten bei St. Michael, Jesuitenkloster Am Hof und bei der Alten Universität, Kapuziner am Neuen Markt, Siebenbüchnerinnen beim Kienmarkt).
Zu Anfang des 18. Jhs. griff man angesichts einer zwar nur vorübergehenden militärischen Bedrohung zum letzten Mal zum Mittel der Errichtung einer Befestigungsanlage. Mit dem 1704 erbauten Linienwall (64)×64B. M. BUCHMANN, Der W.er Linienwall, masch. phil. Diss. W. (1974). wurden die Vorstädte – ähnlich wie man das schon im 15. Jh. versucht hatte – mit einem eigenen Festungswall umgeben. War die militärische Bedeutung dieser Anlage freilich auch nur gering zu veranschlagen, so fügte sie sich doch in das traditionelle Konzept einer untrennbaren Verbindung von Stadt und Stadtmauern ein. Wenige Jahre später äußerte bereits die englische Reisende Lady Mary Worthley-Montague die Ansicht, daß die Stadtbefestigungen abgetragen und Stadt und Vorstadt von Wien miteinander vereinigt werden sollten (1716). Bis zur Realisierung dieses Vorschlages dauerte es freilich noch fast eineinhalb Jhh. Die Beengtheit der örtlichen Verhältnisse innerhalb der Stadt führte im 18. Jh. im steigenden Maße zu Verkehrsproblemen, weshalb man mehrfach durch das Abtragen alter, funktionslos gewordener Bauten (das zwischen Graben und Nagler- bzw. Bognergasse gelegene Peilertor 1732, Rotenturmtor 1776 (65)×65Zum Peilertor vgl. CZEIKE, W. Lexikon (1974) S. 690.) wenigstens eine Verbreiterung der Passage zu erreichen trachtete.
Unter Joseph II. war es vor allem die Aufhebung aller beschaulichen Klöster und Orden, mit der ein ganz gravierender Eingriff in den Aufbau der Stadt verbunden war, wurden davon doch immerhin 12 Ordenshäuser der Innenstadt betroffen (66)×66Vgl. dazu die Karte bei LICHTENBERGER, Altstadt (1977) S. 146 Fig. 19.. Verstärkt diskutiert wurde damals die Möglichkeit einer Auflassung der Stadtbefestigungen, die Realisierungschancen derartiger Vorschläge waren aber zur Zeit der beginnenden Französischen Revolution gleich Null.
Im ersten Jahrzehnt des 19. Jhs. sah Wien zweimal die Truppen Kaiser Napoleons als Besatzungsmacht (1805 und 1809). Die Sprengung der Burgbastei und der um die Stadt gelegenen Ravelins durch die im November 1809 abziehenden Franzosen wurde zwar zum Anlaß einer partiellen Stadterweiterung im Bereich des heutigen Heldenplatzes genommen (67)×67HUMMELBERGER-PEBALL, Befestigungen (1974) S. 77 f., zu einer Niederreißung der Mauern konnte man sich aber nicht entschließen.
In die Periode des Vormärz fällt für Wien und sein Umland der eigentliche Beginn der Industrialisierung, die im engen Zusammenhang mit der rasanten Bevölkerungsentwicklung dieser Jahrzehnte zu sehen ist und die aufkeimenden sozialen Gegensätze und Ungerechtigkeiten verschärft zutage treten läßt. Die Verbauung der Vorstädte hat in diesem Zeitraum den Linienwall erreicht, der mit seiner Erklärung zur Verzehrungssteuergrenze (1829) immer mehr zur eigentlichen Stadtgrenze wird. Die Vororte mit ihren relativ niedrigeren Lebenshaltungskosten entwickeln sich zum bevorzugten Wohngebiet der Arbeiterklasse, womit die Explosion der Bevölkerungszahlen sich dann auch hierher verlagert und eine Fülle von Problemen, seien es nun solche der Versorgung, des Verkehrs usw., verbunden sind (68)×68Zu dieser Epoche vgl. jetzt den Sammelband W. im Vormärz. (Forsch, u. Beitr. zur W.er Stadtgesch. 8, 1980)..
Nach der Revolution des Jahres 1848 wird nach der dabei durchgesetzten Aufhebung der Grundherrschaften die Eingemeindung (69)×69W. MAYER, Gebietsänderungen im Räume W. 1850–1910. masch. phil. Diss. W. (1972) S. 69 ff. der Vorstädte durchgeführt. Die neue Stadtgrenze deckt sich zum Teil mit der alten Burgfriedenslinie (70)×70Zu dieser Grenze des Stadtgebietes künftig OPLL, Grenzen (wie Anm. 4)., zum Teil mit dem Linienwall, das nun vergrößerte Gemeindegebiet wird zunächst in acht Bezirke eingeteilt, deren Zahl sich durch weitere Untergliederungen bis 1890 auf zehn erhöht. Noch immer besteht aber die alte Stadtmauer, und erst 1857 wird nach zähem Widerstand der militärischen Stellen deren Schleifung angeordnet (71)×71Vgl. W. WAGNER, Die Stellungsnahme der Militärbehörden zur W.er Stadterweiterung in den Jahren 1848–1857, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 17/18 (1961/62) S. 216 ff. und BALTZAREK, in: Die W.er Ringstraße Bd. 5, hg. v. R. WAGNER – RIEGER (1975).. In den folgenden Jahrzehnten wird das Glacis verbaut, die Ringstraße mit ihren historisierenden Prachtbauten entsteht.
Die zweite Hälfte des 19. Jhs. verändert das Gesicht der Stadt in vielfacher Hinsicht. Die enorm steigenden Bevölkerungszahlen der Residenzstadt während dieses Zeitraums bringen eine Fülle von Problemen auf dem infrastrukturellen Sektor mit sich. So wird die Wasserversorgung, deren Ausbau auch nach der Errichtung der Albertinischen Wasserleitung (1803–1804) keinesfalls den Anforderungen genügen konnte, durch die Errichtung der 1. und 2. Wiener Hochquellenwasserleitung (1873 bzw. 1910) entscheidend verbessert. Für die Verkehrsentwicklung dieser Zeit ist neben dem Aufbau eines Eisenbahnnetzes, das die Verbindung der Stadt mit der näheren und weiteren Umgebung herstellte (siehe Umlandkarte!), vor allem der allmähliche Ausbau des innerstädtischen Verkehrsnetzes von grundlegender Bedeutung. Der Bau der Einrichtungen der Energieversorgung und der Kanalisation wird parallel dazu vorangetrieben. Hinsichtlich der Versorgung der Stadtbevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs geht man in der zweiten Jahrhunderthälfte vom alten System der Marktstandeln ab und errichtet (nach westeuropäischem Vorbild) Markthallen (72)×72OPLL, Markt im alten Wien, in: W.er GeschichtsbII. 34 (1979) S. 49 ff. u. DERS., Studien zur Versorgung Wiens mit Gütern des täglichen Bedarfs in der ersten Hälfte des 19. Jh., in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 37 (1981)..
Das Wachstum der Stadt dringt in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. immer stärker in den Bereich der Vororte hinaus, und so ist die zweite Wiener Eingemeindung von 1890/92 (73)×73MAYER, Gebietsänderungen (1972) S. 94 ff. als Konsequenz aus dieser Entwicklung anzusehen aber auch als ein Versuch aufzufassen, die mit der Verzehrungssteuer verknüpften Unterschiede in der sozialräumlichen Gliederung in – und außerhalb Wiens auszugleichen. Im Zuge dieser Eingemeindung wuchs die Anzahl der Bezirke von 10 auf 19. Zu Anfang unseres Jhs. griff man über die Donau an deren nördliches Ufer aus, Floridsdorf kam 1904 zu Wien (74)×74Vgl. CZEIKE, W. Lexikon (1974) S. 779 f.. Die Entwicklung der Bevölkerungszahlen seit dem Anfang des 19. Jhs. ist gewaltig (1800: ca. 230.000/1830: ca. 320.000/1857: ca. 475.000/1880: ca. 705.000/1910: ca. 2,000.000) (75)×75Zu den Zahlen vgl. St. SEDLACZEK-W. LÖWY, W. Statist. Bericht über die wichtigsten demographischen Verhältnisse. (1887) S. 12 ff. und Ergebnisse d. Volkszähl. v. 1910, in: Statist. Jb. d. St. W. f. d. Jahr 1912. 30. Jg. (1914) S. 890. und vermag ein Schlaglicht auf die Probleme, aber auch die Bedeutung der Hauptstadt der Donaumonarchie zu Beginn des Ersten Weltkriegs zu werfen.
Nach dem Ende des Habsburgerreiches ergaben sich für Wien in territorialer Hinsicht keine Veränderungen. Verfassungsmäßig von Bedeutung war damals die Trennung von Niederösterreich (1921/22) und die damit verbundene Erhebung zu einem eigenen Bundesland. Nach der Okkupation Österreichs durch Hitler-Deutschland kam es im Oktober 1938 zu einer gewaltigen Gebietserweiterung. Das damals geschaffene Groß-Wien umfaßte nicht weniger als 26 Bezirke und reichte von Klosterneuburg im Westen bis nach Schwechat im Osten und schloß im Süden noch Gumpoldskirchen ein (76)×76MAYER, Die nationalsozialist. Gebietsreform, in : W. 1938. (Forsch, u. Beitr. zur W.er Stadtgesch. 2, 1978) S. 77 ff..
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden diese Maßnahmen zum Großteil wieder rückgängig gemacht. Das Gebietsänderungsgesetz von 1946 konnte allerdings erst nach der Zustimmung durch die Alliierten am 1. September 1954 in Kraft treten. Seither besteht die Stadt aus 23 Bezirken und wurde damit gegenüber dem Zeitraum vor 1938 im wesentlichen um Stammersdorf und die Gemeinden des 22. und 23. Bezirkes vergrößert (77)×77MAYER, Territoriale Veränderungen im Räume W. 1938–1954, in: W.er GeschichtsbII. 30 (1975) S. 286 ff..
Ferdinand Opll

Anmerkungen

(1) H. TRIMMEL, Die Lage W.s, in: Naturgesch. W.s Bd. I (1970) S. 1 ff. u. E. LICHTENBERGER, Stadtgeograph. Führer W. (= Samml. geograph. Führer 12, 1978) 1 u. 4 ff.
(2) M. MUCH, Die Urzeit, in: Gesch. d. St. W. I (1897) S. 27 ff. und O. MENGHIN, Der urgeschichtl. Boden W.s, in: W„ sein Boden u. seine Gesch., hg. v. O. ABEL (1924) S. 151 ff.; vgl. dazu auch das Standardwerk von R. PITTIONI, Urgesch. d. österr. Raumes. (1954), in dessen Register Hinweise auf die Funde im Stadtgebiet gegeben werden.
(3) A. NEUMANN, Vindobona. Die röm. Vergangenheit W.s. (1972), Vindobona. Die Römer im W.er Raum. (Katalog d. 52. Sonderausstell. d. Histor. Museums d. St. W., 1977/78) S. 84 ff. und O. HARL, Vindobona. Das röm. W. (W.er Geschichtsbücher 21 /22, 1979).
(4) Zur Außenbegrenzung des Römerlagers vgl. künftig F. OPLL, Grenzen im W.er Raum. (Kommentar zum Histor. Atlas von Wien).
(5) Diese Erkenntnis wurde erst durch die Auffindung des Osttores von Vindobona in den 30er Jahren unseres Jhs. ermöglicht, NEUMANN (1972) S. 76 und künftig OPLL, Grenzen. – Zur geänderten Situation im (Früh)Mittelalter vgl. H. LADENBAUER-OREL, Archäolog. Stadtkernforsch, in W., in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 21/22 (1965/66) S. 49 ff.
(6) HARL, Das Territorium von Vindobona, in: Vindobona-Katalog (1977/78) S. 101 ff.
(7) HARL, Die Zivilsiedlung im 3. Bezirk, in: Vindobona-Katalog (1977/78) S. 108 ff.
(8) HARL, Vindobona (1979) S. 177 ff.
(9) OPLL, Die Entwicklung des W.er Raumes bis in die Babenbergerzeit, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 11 ff.
(10) LADENBAUER-OREL, Der Berghof. Archäolog. Beitrag zur frühesten Stadtgesch. (W.er Geschichtsbücher 15, 1974); weitere Arbeiten von LADENBAUER-OREL zu diesen Fragen zitiert bei OPLL, in: Jb. Ver. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 8 Anm. 8.
(11) OPLL, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 18. Jansen Enikels Fürstenbuch, ed. Ph. STRAUCH. MGH Dte. Chroniken III/2 (1900) S. 600 V. 65 ff.
(12) Zur Frühgesch. v. St. Ruprecht zuletzt R. PERGER-W. BRAUNEIS, Die mittelalterl. Kirchen u. Klöster W.s (W.er Geschichtsbücher 19/20, 1977) S. 26 ff.
(13) Zu St. Peter vgl. ebenfalls PERGER-BRAUNEIS, Kirchen u. Klöster (1977) S. 17 ff. und zuletzt K. LOHRMANN, Die Besitzgeschichte des W.er Raums vom Ausgang des 11. bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 60 ff.
(14) A. KLAAR, Der mittelalterl. W.er Stadtgrundriß, in: F. WALTER, W. Die Gesch. einer dt. Großstadt an d. Grenze Bd. I. (1940) S. 267 f. und DERS., Die Siedlungsformen W.s (W.er Geschichtsbücher 8, 1971) S. 10. Zustimmung fand dieser chronolog. Ansatz vor allem bei K. OETTINGER, Das Werden W.s. (1951), dessen eigene Theorien überaus befruchtend wirkten, sich jedoch nur zum Teil durchsetzen konnten.
(15) Zuletzt vgl. dazu OPLL, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 17 ff.
(16) Diese Nennung wurde von E. KLEBEL, Eine neuaufgefundene Salzburger Geschichtsquelle, in: Mitt. Ges. f. Salzbg. LK. 61 (1921) S. 37 entdeckt; vgl. auch Annales ex Annalibus luvavensibus antiquis excerpti, ed. H. BRESSLAU. MGH SS XXX/2 (1934) S. 742: „Primum bellum cum Ungaris ad Weniam.” – Zur Interpretation dieser Annalenstelle OPLL, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W, 35 (1979) S. 27.
(17) OPLL, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 17 und 27 f.
(18) Zu 1030: Annales Altahenses maiores, ed. G. H. PERTZ. MGH SS rer. Germ. (1868) S. 19, vgl. dazu BÖHMER-APPELT, Regesta Imperii 111/1 /1; Konrad II. (1951) Nr. 1 58 b. – Zu 1043: Kaiserchronik eines Regefisburger Geistlichen, ed. E. SCHRÖDER. MGH Dte. Chroniken I (1895) S. 377 V. 16.431 ff.
(19) KLAAR, Siedlungsformen W. s. (1971) S. 18 f.
(20) So erstmals gegen die ältere Forschung bei E. NOWOTNY, Das röm. W. u. sein Fortleben, in: Mitt. Ver. f. Gesch. d. St. W. 4 (1923) S. 17, in zeitlicher Hinsicht präzisiert bei OETTINGER, Werden W. s. (1951) S. 5, 107 und 108 Abb. 9.
(21) Künftig OPLL, Grenzen (wie Anm. 4).
(22) OETTINGER, Werden W. s. (1951) S. 99 und 122 sowie KLAAR, Siedlungsformen W. s. (1971) S. 22 f. – Die Hypothese OETTINGERS (S. 112 ff.) über eine Stadtburg im Bereich Tuchlauben-Judenplatz hat keinen Widerhall gefunden, basiert auch insgesamt auf unzureichenden Argumenten.
(23) OPLL, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 28 f.
(24) Im Tauschvertrag von Mautern von 1137 sind die Babenberger zum ersten Mal als Inhaber der Herrschaft über diesen Platz bezeugt, ÜB. zur Gesch. d. Babenberger in Österreich I, bearb. v. H. FICHTENAU u. E. ZÖLLNER. (1950) S. 14 Nr. 11. Zur Erwerbung der Herrschaft vgl. K. LECHNER, Die Babenberger. (Verö ff. d. lnst. f. österr. Geschichtsforsch. 23, 1976) S. 244 und jetzt auch LOHRMANN, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 39 ff.
(25) Zur Stadtwerdung W.s und zur Problematik der „civitas”-Nennung von 1137 vgl. OPLL, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 30 f., wo die Entwicklung von der Burgsiedlung zur Stadt behandelt ist.
(26) KLEBEL, Zur Frühgesch. W. s, in: Abhh. zur Gesch. u. Quellenkunde d. St. W. IV (1932) S. 11 ff. nennt die Kirche noch in einem Zug mit St. Ruprecht, während KLAAR, in: WALTER, W. (1940) S. 268 den Bestand der dortigen Siedlung mit Sicherheit erst für das frühe 11. Jh. erkennen will; zur Kirche vgl. zuletzt PERGER-BRAUNEIS, Kirchen u. Klöster (1977) S. 34 ff., wo ihre Entstehung mit Sicherheit in die Zeit vor 1155 gesetzt werden kann.
(27) Zu den Straßen vgl. KLAAR, Das Altstraßennetz v. W., in: Jb. f. LK v. NÖ N. F. 37 (1965/67) S. 13 ff. mit Karte nach S. 16 und P. CSENDES, Die Straßen NÖ.s im Früh- und Hochmittelalter. (Diss. d. Univ. W. 33, 1969).
(28) PERGER, An der Langen Mauer. Die Vorstadt vor dem Peurertor, in: W.er Geschichtsbll. 30 (1975) S. 119 ff.
(29) OETTINGER, Werden W.s. (1951) S. 124 ff. wollte den Bau auf 1060–1120 datieren und definierte die Kirche als Spitalskirche im Zusammenhang mit dem Salzburger Kloster Michaelbeuern; seine Hypothesen konnten sich aber nicht behaupten, vgl. PERGER, Die Grundherren im mittelalterl. W. 1, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 19/20 (1963/64) S. 55 ff. Zuletzt vgl. PERGER-BRAUNEIS, Kirchen u. Klöster (1977) S. 76 ff.
(30) F. CZEIKE, Das große Groner W. Lexikon. (1974) S. 738.
(31) Vgl. dazu die nach den Angaben von G. DÜRIEGL und R. PERGER gezeichnete Karte über die räum. Entw. W.s im Mittelalter, Kommentar in: W. im Mittelalter. (Katalog d. 41. Sonderausstell. d. Histor. Museums d. St. W., 1975/76) S. 72 ff.
(32) Zu St. Stephan vgl. neben PERGER-BRAUNEIS, Kirchen u. Klöster (1977) S. 45 ff. besonders V. FLIEDER, Stephansdom u. W.er Bistumsgründung. (Veröff. d. kirchenhistor. Inst. d. kath.-theol. Fak. d. Univ. W. 6, 1968) S. 31 ff.
(33) Die pfarrliche Entw. W.s ist bis ins 12. Jh. nicht mit Sicherheit zu klären; gegen KLEBEL, Frühgesch. (1932) bes. S. 63 f. (dazu H. WOLF, Die W.er Pfarre u. ihre Gründer, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 9, 1951, S. 7 ff.), der die schon im 11. Jh. genannte Pfarre Jedlesee als Mutterpfarre ansprach, dürfte die Entscheidung aber nur zwischen St. Ruprecht und St. Peter möglich sein, vgl. FLIEDER, Stephansdom (1968) S. 31 ff. und PERGER-BRAUNEIS, Kirchen u. Klöster (1977) S. 20.
(34) CZEIKE, W. Lexikon (1974) S. 600.
(35) PERGER, Grundherren 1, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 19/20(1963/64) S. 53 Anm. 130 und DERS., Grundherren 3, in: ebda. 23/25 (1967/69) S. 16 f. Folgt man der sehr wahrscheinlichen Interpretation des Mauterner Tauschvertrages durch PERGER, Grundherren 1, S. 45 ff., so könnte die Entstehung dieser Vorsiedlung in die Zeit nach 1137 gesetzt werden, da der Landesfürst das bei der Stadt gelegene Ausstattungsgut der (Stephans-) Kirche erhielt. – Zur Bezeichnung „wihpurch” vgl. OPLL, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 35 (1979) S. 31 f.
(36) Zu den Höfen vgl. F. REISCHL, Die W.er Prälatenhöfe. (1919).
(37) H. WATZL, Aus zwei verschollenen Privilegienbüchern d. Cisterce Heiligenkreuz v. 1246 u. 1251, in: FS. zum 800-Jahrgedächtnis d. Todes Bernhards v. Clairvaux (1953) S. 412 Nr. 14.
(38) K. LOHRMANN-F. OPLL, Regesten zur Frühgeschichte Wiens. ( = Forsch. u. Beitr. z. W. er Stadtgesch. 10, 1981) zu 1170.
(39) OPLL, Studien zur frühen W.er Handelsgeschichte, in: W.er GeschichtsbII. 35 (1980) S. 49 ff.
(40) Zur Errichtung der Babenbergermauer und deren Datierung PERGER, Grundherren 3, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 23/25 (1967/69) S. 96 ff., der durch eine exakte Erforschung der frühen Grundherrschaften in W. die alte Meinung von den mehrstufigen Stadterweiterungen (vgl. OETTINGER, Werden W.s., 1951, S. 173 ff.) widerlegen konnte.
(41) CZEIKE, Der Graben. (W.er Geschichtsbücher 10, 1972) S. 11 f.
(42) PERGER, Der Hohe Markt. (W.er Geschichtsbücher 3, 1970) S. 17 f.
(43) CZEIKE, Der Neue Markt. (W.er Geschichtsbücher 4, 1970) S. 13 u. 17.
(44) WATZL, Heiligenkreuz, in: FS. Bernhard v. Clairvaux (1953) S. 458 Nr. 57.
(45) Einzelheiten bei PERGER-BRAUNEIS, Kirchen u. Klöster (1977) passim.
(46) Eine detaillierte Zergliederung der einzelnen Bestimmungen der mittelalterl. Stadtrechte W.s bei R. GEYER, in: MIÖG 58 (1950) S. 589 ff. – Zur Frage des ältesten Stadtrechtes zuletzt H. GRÖSSING, Das W.er Stadtrecht u. seine älteste Niederschrift, in: W.er GeschichtsbII. 26 (1971) S. 286 ff. – Zur politischen Gesch. W.s im 13. Jh. immer noch R. SCHUSTER, in: Gesch. d. St. W. I (1897) S. 190 ff.
(47) OETTINGER, Werden W.s. (1951) S. 197 ff. vermutete schon unter Leopold VI. den Bestand einer neuen Pfalz im Bereich der Stallburg, was jedoch von der späteren Forschung zu Recht abgelehnt wurde, vgl. PERGER, Grundherren 1, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 19/20 (1963/64) S. 41. Die Hofburg geht in ihren Anfängen auf Befestigungsarbeiten unter Ottokar II. (1275) zurück, vgl. H. KÜHNEL, Die Hofburg. (W.er Geschichtsbücher 5, 1971) S. 10 ff.
(48) Zu dessen Herrschaft vgl. in unserem Zusammenhang jetzt CSENDES, König Ottokar II. Przemysl und die St. W., in: Jb. f. LK. v. NÖ N. F. 44/45 (1978/79) S. 142 ff.
(49) Diese Verbindung wird auch dadurch wahrscheinlich, daß das habsburg. Dominikanerinnenkloster in Tulln mit einiger Wahrscheinlichkeit als Mutterkloster zu gelten hat, vgl. PERGER-BRAUNELS, Kirchen u. Kloster (1977) S, 201 ff.
(50) PERGER-BRAUNEIS, Kirchen u. Klöster (1977) passim.
(51) Zum Rathaus vgl. CZEIKE, Das Rathaus. (W.er Geschichtsbücher 12, 1972) S. 15 ff., sein früherer Standort war vielleicht das sogenannte Schönbrunnerhaus, CZEIKE, W. Lexikon (1974) S. 748 f. Zur Schranne vgl. PERGER, Der Hohe Markt (1970) S. 30 ff.
(52) Zum Ausbau von St. Stephan FLIEDER, Stephansdom (1968) S. 177 ff., zur Universität F. GALL, Die Alte Universität. (W.er Geschichtsbücher 1, 1970).
(53) Vgl. dazu O. BRUNNER, Die Finanzen der St. W. von den Anfängen bis ins 16. Jh. (Studien aus dem Archiv d. St. W. 112, 1929). Zur polit. Gesch. d. W.er Spätmittelalters immer noch grundlegend M. VANCSA, in: Gesch. d. St. W. II/2 (1905) S. 499 ff.
(54) Vgl. W. HUMMELBERGER-K. PEBALL, Die Befestigungen W.s. (W.er Geschichtsbücher 14, 1974) S. 17 ff.
(55) BÖHMER-HÖDL, Regesta Imperii XII: Albrecht II. 1438–1439 (1975) Nr. 1064; vgl. CZEIKE, W. Lexikon (1974) S. 443.
(56) Zu dieser Zahl zuletzt PERGER, Beiträge zur W.er Verfassungs- und Sozialgesch. im Spätmittelalter, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 32/33 (1976/77) S. 11 ff.
(57) L. EBERLE, in: Gesch. d. St. W. IV (1911) S. 218 ff., HUMMELBERGER-PEBALL, Befestigungen (1974) S. 29 ff.
(58) Zuletzt F. BALTZAREK, Die Stadtordnung Ferdinands I. u. die städt. Autonomie im 16. Jh. in: W.er GeschichtsbII. 29 (1974) S. 185 ff.
(59) Dazu O. BRUNNER, Die Politik d. St. W. im späteren Mittelalter, in: Histor. Studien A. F. Pribram zum 70. Geb. (1929) 35.
(60) Vgl. E. LICHTENBERGER, Die W.er Altstadt. Textband-Kartenband (1977), besonders Textband, S. 42 ff.
(61) OPLL, Erstnennung von Siedlungsnamen im W.er Raum. (Kommentar zum Histor. Atlas von Wien, Band 2).
(62) Zur Entw. d. Stadtbildes von der got. zur barocken Epoche vgl. CZEIKE, Das W.er Stadtbild in Gesamtansichten 2, in: Handb. d. St. W. 89(1975) M/S. 17 ff.
(63) CZEIKE, W. Lexikon (1974) S. 84 f., 188 f., 55 f. u. 299.
(64) B. M. BUCHMANN, Der W.er Linienwall, masch. phil. Diss. W. (1974).
(65) Zum Peilertor vgl. CZEIKE, W. Lexikon (1974) S. 690.
(66) Vgl. dazu die Karte bei LICHTENBERGER, Altstadt (1977) S. 146 Fig. 19.
(67) HUMMELBERGER-PEBALL, Befestigungen (1974) S. 77 f.
(68) Zu dieser Epoche vgl. jetzt den Sammelband W. im Vormärz. (Forsch, u. Beitr. zur W.er Stadtgesch. 8, 1980).
(69) W. MAYER, Gebietsänderungen im Räume W. 1850–1910. masch. phil. Diss. W. (1972) S. 69 ff.
(70) Zu dieser Grenze des Stadtgebietes künftig OPLL, Grenzen (wie Anm. 4).
(71) Vgl. W. WAGNER, Die Stellungsnahme der Militärbehörden zur W.er Stadterweiterung in den Jahren 1848–1857, in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 17/18 (1961/62) S. 216 ff. und BALTZAREK, in: Die W.er Ringstraße Bd. 5, hg. v. R. WAGNER – RIEGER (1975).
(72) OPLL, Markt im alten Wien, in: W.er GeschichtsbII. 34 (1979) S. 49 ff. u. DERS., Studien zur Versorgung Wiens mit Gütern des täglichen Bedarfs in der ersten Hälfte des 19. Jh., in: Jb. Ver. f. Gesch. d. St. W. 37 (1981).
(73) MAYER, Gebietsänderungen (1972) S. 94 ff.
(74) Vgl. CZEIKE, W. Lexikon (1974) S. 779 f.
(75) Zu den Zahlen vgl. St. SEDLACZEK-W. LÖWY, W. Statist. Bericht über die wichtigsten demographischen Verhältnisse. (1887) S. 12 ff. und Ergebnisse d. Volkszähl. v. 1910, in: Statist. Jb. d. St. W. f. d. Jahr 1912. 30. Jg. (1914) S. 890.
(76) MAYER, Die nationalsozialist. Gebietsreform, in : W. 1938. (Forsch, u. Beitr. zur W.er Stadtgesch. 2, 1978) S. 77 ff.
(77) MAYER, Territoriale Veränderungen im Räume W. 1938–1954, in: W.er GeschichtsbII. 30 (1975) S. 286 ff.

Franziszeischer Kataster mit Legende



WIEN MIT VORSTÄDTEN 1829 UND VORORTEN 1818–1821


Katastralgemeindegrenzen von Wien und den Vorstädten
1 THURY
2 HIMMELPFORTGRUND
3 LICHTENTHAL
4 ALTHAN UND SPITTELAU
5 ROSSAU
6 ALSER UND VORSTADT
7 MICHELBEUERNGRUND
8 DREITENFELD
9 JOSEPHSTADT
10 ALTLEHCHENFELD
11 STHOZZIGRUND
12 ST. ULRICH
13 NEUBAU
14 SGHOTTENEELD
15 MARIAHILF
16 SPITTELBERG
17 WINDMÜHLE
18 AIMG
19 MAGDALENAGRUND
20 GUMPENDORF
21 HUNDSTHURM
22 HEINPRECHTSDORF
23 MARGARETHEN
24 MATZLEINSDORF
25 LAURENZERGRUND
26 NIKOLSDORF
27 HUNGELDRUNN
28 SCHAUMDURGERGRUND
29 WIEDEN
30 LANDSTRASSE
31 ERDDERG
32 WEISSGERREH
33 LEOPOLDSTADT
34 JAGERZEILE
ARBEITSGRUNDLAGEN
Anton Behsel, Beschreibung des Burgfriedens der Stadt Wien, 1825, 1826. (Wiener Stadt- und Landesarchiv, Handschrift A10 und A9). – Anton Behsel, Verzeichniß aller in der kaiserl. königl. Haupt- und Residenzstadt Wien mit ihren Vorstädten befindlichen Häusern, Wien 1829.
QUELLEN DER KARTENGRUNDLAGEN
Katastralpläne 1:2.880 aus dem Franziszeischen Kataster: Katastral-Plan der Haupt und Residenz-Stadt Wien mit sämmtlichen Vorstädten, dem Erdberger Mais, und den außer der Hundsthurmer, Matzleinsdorfer und St. Marxer Linie liegenden zum Burgfrieden gehörigen Gründe in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1829. – Katastral-Plan der Gemeinde Braunhirschen, Reindorf und Sechshaus in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1819. – Katastral-Plan der Gemeinde Fünfhaus in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1819. – Katastral-Plan der Gemeinde Gersthof in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1819. – Katastral-Plan der Gemeinde Gross-Jedlersdorf in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Manharts-Berg, 1821. – Katastral-Plan der Gemeinde Grünzing in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1819. – Katastral-Plan der Gemeinde Heiligenstadt samt Enclave Nussdorf in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1819. – Katastral-Plan der Gemeinde Herrnhals in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1819. – Katastral-Plan der Gemeinde Inzersdorf in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1818. – Katastral-Plan der Gemeinde Jedlesee samt Enclave Schwarze Lacken Au in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Manharts-Berg, 1821. – Katastral-Plan der Gemeinde Kagran und der Wiener-Bürger-Spitals-Gründe in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Manharts-Berg, 1819. – Katastral-Plan der Gemeinde Leopoldausamt den Enclaven Floridsdorf und Jedlersdorf am Spitz in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Manharts-Berg, 1821. – Katastral-Plan der Gemeinde Meidling in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1819. – Katastral-Plan der Gemeinde Ober-Döbling samt Enclave Unter-Döbling in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1819. – Katastral-Plan an der Gemeinde Ottakrinn samt Enclave Neulerchenfeld in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1819. – Katastral-Plan der Gemeinde Penzing in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1819. – Kat astral-Plan der Gemeinde Rustendorf in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1819. – Katastral-Plan der Gemeinde Simmering in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1818. -Katastral-Plan der Gemeinde Stadlau mit der Enclave des K. K. Obersten Hof und Landjägermeisterämtlichen Bezirkes im Burgfriede von Erdberg in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Manharts-Berg, 1820 und 1821. – Katastral-Plan der Gemeinde Unter-Sievering in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1819. – Katastral-Plan der Gemeinde Waehring samt Enclave der Gemeinde Weinhaus in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald, 1819 (alle: Wiener Stadt- und Landesarchiv, Kartographische Sammlung).
Anton Behsel, Plan von Wien und den Vorstädten mit Kenntlichmachung des Besitzers einzelner Grundherrschaften und Einzeichnung der Burgfriedenslinie und anderer Marksteine. Blatt 1–22, 1:1.360 und 1:2.720. Handzeichnungen aus derzeit von 1820–1825. (Wiener Stadt-und Landesarchiv, Kartographische Sammlung, Nr. 295/1–22). – Anton Behsel, Stadt mit Fortificationsgrenze und Befestigung, 1:2.880. Kolorierte Handzeichnungen von 1833. (Wiener Stadt- und Landesarchiv, Kartographische Sammlung, Nr. 229/1).
© Wiener Stadt- und Landesarchiv, Wien
Ludwig Boltzmann Institut für Stadtgeschichtsforschung, Wien
Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Bearbeitung: Erich Kopecky
Kartographische Bearbeitung: Erich Kopecky, Manfred Swoboda
Kartographie: Hans-Michael Putz
Verlag: Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Druck : Kartographische Anstalt Freytag – Berndt und Artaria, Wien
2. Lieferung 1985


WIEN, 1829
© Wiener Stadt- und Landesarchiv, Wien
Ludwig Boltzmann Institut für Stadtgeschichtsforschung, Wien
Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Geographische Lage: 16°22'27” ö. L v. Gr., 48°12'32” n. Br. (bezogen auf den Stephansdom, Seehöhe 171,5 m)
Die Bezeichnungen der Höhenlinien sind in Metern über dem Nullpunkt des Donaukanalpegels an der Ferdinandsbrücke (heute: Schwedenbrücke), Seehöhe 156,723 m, angegeben.
Quellennachweis: Katastral-Plan der Haupt und Residenz-Stadt Wien mit sämmtlichen Vorstädten, dem Erdberger Mais, ausser der Hundsthurmer, Matzleinsdorfer, und St. Marxer Linie liegenden zum Burgfrieden gehörigen Gründen in Nieder – Oesterreich Viertel – Unter – Wiener – Wald (Franziszeischer Kataster), 1:2.880, 1829. -Höhenlinien: Interpoliert von Erich Kopecky nach den Höhenpunkten der Stadtkarte Wien 1:2.000, 1975, Magistrat der Stadt Wien, MA41 – Stadtvermessung.
Bearbeitung: Erich Kopecky
Kartographie: Erich Kopecky und Hans – Michael Putz
Verlag: Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Druck: Kartographische Anstalt Freytag – Berndt und Artaria, Wien
1. Lieferung 1982

Wachstumsphasenkarte mit Legende

Andere Texte:
3 Alserbach (spätmittelalterliche Ableitung)
10 Neutorravelin (um 1654, demoliert 1809/17)
12 Elendbastion (1548/1558–61)
24 Schottenravelin (um 1625, demoliert 1809/17)
33 Babenberger Pfalz (um 1155) – Karmeliterkloster (ab 1365) – Jesuiten (ab 1568) – Stadtpfarrkirche (1783)
37 Landhaus (nach 1513)
38 Minoritenfreithof (aufgelassen um 1783)
39 Minoritenkloster (1224?, 1247/51, aufgehoben 1783)
42 Cillierhof (1356–1525)
47 Burgbastion (1531, 1809 zerstört)
49 Augustinerravelin (nach 1596, demoliert 1809/17)
59 Kapuzinerkloster (1603, aufgehoben 1783) – Mechitaristenkirche (1810)
60 Ottakringer Bach (Verlauf unsicher)
65 Ottakringer Bach (Verlauf unsicher)
66 Burgravelin (um 1640, demoliert 1809/17)
68 Löblbastion (1544/47)
70 Mölkerravelin (Mitte 17. Jh., demoliert 1809/17)
78 Hofburg (Ende 13. Jh.)
79 St. Michael (1221?, vor 1252)
80 Michaelerfreithof (aufgelassen um 1656)
82 öde Kirche St. Paul (?1480), dann Stallburg (1558–1565)
87 Dorotheer Kloster (1353, vor 1404, aufgehoben 1782)
88 Königinkloster (1581, aufgehoben 1782) – evangelische Kirche A.B. (1783)
90 Clarissenkloster St. Clara (1305) – Bürgerspital (1530/39)
91 Johanniter (1207/17)
92 Pilgrimhaus zu St. Anna (1415) – Jesuiten (1582, aufgehoben 1773)
93 St. Ursula (1673/75)
95 Kärntnerravelin (1662/73, demoliert 1809/17)
101 Himmelpfort-Kloster (1267, aufgehoben 1783)
103 Büßerinnenhaus St. Hieronymus (1383) – Franziskanerkloster (ab 1589)
104 Nikolaikloster (1272) – Clarissenkloster (1625, aufgehoben 1782)
106 Jakoberkloster (1236, aufgehoben 1783)
109 Braunbastion (1538?, 1555)
111 Dachslochschanze (Mitte 17. Jh., demoliert 1809/17)
117 Wienerkanal (1797/1803)
118 Hafen (1804)
125 Stubenravelin (Mitte 17. Jh., demoliert 1809/17)
132 Wolfgangkapelle (1417, 1529 zerstört)
137 Universität (1365/1384)
138 Jesuitenstift St. Barbara (1573, aufgehoben 1773, seither griechisch-unierte Gemeinde
139 Laurenzerkloster (1293/1302, aufgehoben 1783)
141 Griechische (nicht unierte) Kirche (1782/87)
143 Kölner Hof (Ende 13. Jh. bis 1793)
147 Jesuitenkollegium (1628/31, aufgehoben 1773)
148 Regensburger Hof (Ende 14. Jh.)
150 St. Stephan (1147, 1220)
151 Virgilskapelle (2. Viertel 13. Jh.) – Maria-Magdalena-Kirche (1338, abgebrannt 1781)
157 Petersfreithof (1276, endgültig aufgelassen 1783)
158 Restsiedlung (9./11. Jh.)
159 Römerlager Vindobona (ab etwa 100 n. Chr.)
166 2. Ghetto (Ende 13. Jh. bs 1421)
169 Liebfrauenkapelle (vor 1298) – St. Salvator (1515)
171 Siebenbüchnerinnenkloster (1642, aufgehoben 1782)
182 Maria-Theresien Tor (1746, demoliert 1817/18)
183 Judenschanzel (Anfang 17. Jh., demoliert 1809/17)
185 Biberschanzel (Mitte 17. Jh, demoliert 1809/17)
187 Scheffstraße (14. bis 16. Jh.)
188 Predigerbastion (1531/1544 –45)
192 Synagoge (1825/26)
193 Ghetto (um 1200)
195 St. Ruprecht (vor 1200, wahrscheinlich 9. oder 11. Jh.)
198 Berghof (Ende 13. Jh.)
199 Maria am Gstade (vor 1200, wohl schon 1137)
204 Schanzeltor (1640/46, demoliert 1809/17)
205 Schanzelravelin (um 1640, demoliert 1809/17)
207 Karmeliterkloster (1623/24, aufgehoben 1782)
Grundkarte: Die topographische Situation entspricht dem Stande von 1829.
ARBEITSGRUNDLAGEN (in Auswahl)
Walther Brauneis, Die Vorstadt zwischen den Mauern vor dem Schottentor, in: Wiener Geschichtsblätter, Band 29, 1974, Seite 153 ff. – Felix Czeike, Das große Groner Wien Lexikon, Wien-München-Zürich 1974. – Geschichte der Stadt Wien, herausgegeben vom Alterthumsvereine zu Wien, Band l-VI, Wien 1897–1918. – Walter Hummelberger und Kurt Peball, Die Befestigungen Wiens. (Wiener Geschichtsbücher Band 14, Wien-Hamburg 1974). – Hertha Ladenbauer-Orel, Der Berghof. Archäologischer Beitrag zur frühesten Stadtgeschichte. (Wiener Geschichtsbücher, Band 15, Wien-Hamburg 1974). – Elisabeth Lichtenberger, Die Wiener Altstadt. Von der mittelalterlichen Bürgerstadt zur City. Textband und Kartenband, Wien 1977. – Klaus Lohrmann, Die alten Mühlen an der Wien. (Wiener Bezirkskulturführer, Band 26, Wien-München 1980). – Klaus Lohrmann und Ferdinand Opll, Regesten zur Frühgeschichte Wiens. (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, Band 10, Wien 1981). – Robert Meßner, Wien vor dem Fall der Basteien, Wien-München 1958. – Ferdinand Opll, Die Entwicklung des Wiener Raumes bis in die Babenbergerzeit, in: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien, Band 35, 1979, Seite 7 ff. – Richard Perger, Die Grundherren im mittelalterlichen Wien. Teil 1–3, in: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien, Band 19/20, 21/22 und 23/25, 1963–1969. – Richard Perger, An der langen Mauer. Die Vorstadt vor dem Peurertor, in: Wiener Geschichtsblätter, Band 30, 1975, Seite 119 ff. – Richard Perger und Walther Brauneis, Die mittelalterlichen Kirchen und Klöster Wiens. (Wiener Geschichtsbücher, Band 19/20, Wien-Hamburg 1977). – Vindobona-die Römer im Wiener Raum. (Katalog der 52. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, Wien 1977/78). -Wien im Mittelalter. (Katalog der 41. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, Wien 1975/76).
QUELLEN DER KARTENGRUNDLAGEN
Katastral-Plan der Haupt und Residenz-Stadt Wien mit sämmtlichen Vorstädten, dem Erdberger Mais, ausser der Hundsthurmer, Matzleinsdorfer, und St. Marxer Linie liegenden zum Burgfrieden gehörigen Gründen in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald (Franziszeischer Kataster), 1:2.880, 1829. -Die fürstlich Stat Wien in Osterreich wie Sy in Irem vmbschwaif oder zarg beslossn. aus Recht Geometrisches Maß in grundt nidergelegt vnd gerissn sambt Iren Nümeren Schregn Ausslegn oder schmiegn. Nach der Maür herümb mit den Pasteien Thurnen vnd Grabn. Wie sy dan zürn Tail gemacht vnd noch zu machn von notn aus disem hienach gesetztn Tailer oder Masstab der in 100 Claffter Inhalt des obgesetztn werhschüch abgetaut vnd in die verkhürtzüng der vjüngung züsamen gezogn vnd gebracht wie vor äugen durch mich M. Bonfaciüs Wolmuet Stainmetz bürg zu Wienn Anno dni Im 1547. – Wienn In Oesterreich Auff Ihro Keyserliche Mayest. Allergnädigsten Befehing in Grundt gelegt Vnd in gegenwärtigen Riß verfertiget Durch Daniel Suttinger Kaysl. Haubtmann vnd Ingenieur Gebürtig von Penigk in Sachsen Anno 1684 den 11. December. – Der Grundriß der Stadt, ihrer Vorstädte und landschaftlichen Umgebung, süd-und westwärts bis jenseits der Donau, nord-und ostwärts bis jenseits der neuen Linienwälle von 1704, von Leander Anguissola und Jacob Marinoni im Jahre 1706. – Der Grundriß der Innenstadt von Wien im Jahre 1710 mit den stadtnächsten Ausläufen der (seit 1704 einbezogenen) Vorstädte, von Werner Arnold Steinhausen. – Scenographie oder Geometrisch Perspect Abbildung der Kay I. Königl. Haupt, und Residenz Stadt Wienn in Oesterreich, auf allerhöchsten Befehl aufgenomen und gezeichnet vom Jahr 1 769 May Monats, bis letzten October 1774 von Josep Daniel v. Huber unter der Glorreichen Regirung beider Kayl. Königl. Apost. Mayest. Josephi ll. et MariaeTheresiae. – Anton Behsel, Plan von Wien und den Vorstädten mit Kenntlichmachung des Besitzers einzelner Grundherrschaften und Einzeichnung der Burgfriedenslinie und anderer Marksteine. Blatt 1–22, 1:1.360 und 1:2.720. Handzeichnungen aus der Zeit von 1820–1825. (Wiener Stadt- und Landesarchiv, Kartographische Sammlung, Nr. 295/1–22). – Plan der Stadt Wien von 1137–1310, mit Zugrundelegung des Planes von Albert v. Camesina, beschrieben von Richard Müller, in: Geschichte der Stadt Wien, herausgegeben vom Alterthumsvereine zu Wien, Band I, Tafel X, Wien 1897.
© Wiener Stadt- und Landesarchiv, Wien
Ludwig Boltzmann Institut für Stadtgeschichtsforschung, Linz – Wien
Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Entwurf: Ferdinand Opll
Bearbeitung: Erich Kopecky
Kartographie: Erich Kopecky
Verlag: Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Druck : Kartographische Anstalt Freytag – Berndt und Artaria, Wien
1. Lieferung 1982

Umlandkarte (frühes 19. Jahrhundert)

QUELLE: Franziszeische Landesaufnahme von Nieder- und Oberösterreich 1809–1819, 1:28.800, B IX a 196–6, Kolonne XXI, Sektion 44, o. J. Originale im Österreichischen Staatsarchiv-Kriegsarchiv, Wien.

Moderne Stadtkarte



WIEN, 1975/79
© Wiener Stadt- und Landesarchiv, Wien
Ludwig Boltzmann Institut für Stadtgeschichtsforschung, Linz – Wien
Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Quellennachweis: Stadtkarte Wien 1:5000, 1975–1979
Magistrat der Stadt Wien, MA41 – Stadtvermessung, Wien.
Verlag: Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Druck: Kartographische Anstalt Freytag – Berndt und Artaria, Wien
1. Lieferung 1982

Weitere Abbildungen und Karten

Ausschnitt aus Niklas Meldemann, Rundansicht von Wien (1529/30). Wien zur Zeit der ersten Türkenbelagerung. Quelle: Geschichte der Stadt Wien, Band 11/1 (Wien 1900), Tafel XVIII, nach Seite 336.

WIENER STADT- UND BEZIRKSGRENZEN 1850–1982



Quelle: Matthaeus Merian, Topographia Provinciarum Austriacarum (1649), Faksimile-Ausgabe 1963.
VERÄNDERUNGEN DES WIENER GEBIETSSTANDES IM ZEITRAUM VON 1850–1982

QUELLEN DER KARTENGRUNDLAGEN
1850: Uebersichts-Karte des Gemeindegebiethes der Stadt Wien mit der politischen Eintheilung vor und nach dem Erscheinen des Gemeindegesetzes vom 6. März 1850 (o. M.). In Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Österreich unter der Enns, Nr. 21,1850. 1890: Kartengrundlage von 1850.-Plan von Wien in Gerichts Bezirke einget heilt, 1 Wr. Zoll = 220 Wr. Klafter (1:15.840), Im Auftrage der Gerichtseinführungs Commission für Wien und Österreich unter der Enns herausgegeben im Jahre 1854, Revidirt 1860, Verlag Artaria & Co., Wien 1861. – Uebersichts-Karte sämmtlicher Gassen, Strassen u. Plätze der k. k. Reichshaupt- u. Residenzstadt Wien (incl. der Stadterweiterung) mit den neuen Gassenbenennungen, ohne Maßstab (ca. 1:13.890). Beilage des X. Heftes „Generalregisters” zu Winkler's Orientirungs-Schema. Verlag F. Koke, Wien 1863.- Neuester Plan von Wien mit der neuen Bezirkseintheilung, Strassenbenennung und Hausernummerirung, 1 Wr. Zoll = 75Wr. Klafter (1:5.400), Herausgegeben im technischen Bureau Wien, Josefstadt, Feldgasse No. 4, Verlag von A. Leykum's Ww., Wien 1865. – Orientirungs-Plan der Haupt- und Residenz-Stadt Wien in 9 Bezirke eingetheilt, 1 Wr. Zoll – 213,5 Wr. Klafter (1:15.372), Verlag bei Artaria & Comp., Wien 1869. – Administrativ-Karte von Nieder-Österreich, herausgegeben vom Verein für Landeskunde von Nieder-Oesterreich unter der Leitung des k. k. Rathes A. Steinhäuser, 1 Wr. Zoll – 400 Wr. Klafter (1:28.800), In Commission bei Artaria & Comp, in Wien. Im Verlage des Vereines für Landeskunde von Nieder-Österreich, Wien um 1875. – Karte des politischen und Schul-Bezirkes Sechshaus. Dieser Bezirk umfasst die Gerichtsbezirke: Hietzing, Purkersdorf und Sechshaus mit 33 Orts- und 44 Katastralgemeinden, 1:12.500, um 1880. -Wien mit den neuesten Regulirungen und der neuen Donaustadt nach den verlässlichsten Quellen bearbeitet von Franz Berger, ohne Maßstab (ca. 1:14.286). Lithographische Anstalt von F, Köke in Wien. Im Selbst-Verlage des Lehrer-Vereines Volksschule, Wien 1882. – Plan von Wien so wie von den Ortschaften: Weinhaus, Währing, Hernais, Neulerchenfeld, Fünf- und Sechshaus, Rudolfsheim (enth.: Braunhirschen, Rustendorf, Reindorf), Gaudenzdorf, und Theilenvon Ottakring, Meidling u. Simmering, 1 Wr. Zoll = 110 Wr. Klafter (1:7.920),Verlag Artaria & Co., Wien 1883 und Wien 1886. – Neuester Plan von Wien sammt Vororten, 1:15.300, Verlag von A. Amonesta, Wien um 1890. – Gross-Wien nach den bei der k. k. Statthalterei gepflogenen Enquete-Berathungen, mit den bisherigen Gemeinde-Grenzen und der neuen Bezirks-Eintheilung, 1:35.000, Verlag von Artaria & Co., Wien 1890.-Plan der Reichshaupt- & Residenzstadt Wien mit Angabe der neuen Bezirkseintheilung und der früheren Gemeindegrenzen, 1:20.000, A. Hartleben's Verlag, Wien um 1892 ,– Catastralplan von Wien, von J. Frankl, 1:5.000, Verlag R. Lechner (Wilh. Müller), Wien 1893.
1904/05: Kartengrundlagen von 1890.-Plan der k. k. Reichshaupt-und Residenzstadt Wien, 1:10.000. Herausgegeben unter Mitwirkung des Stadtbauamtes von Carl Loos. II. Auflage. Verlag R. Lechner (Wilh. Müller) k. u. k. Hof- u. Univ.-Buchhandlung, Wien 1895.-Plan der Reichshaupt-& Residenzstadt Wien, von Gustav Freytag, 1:25.000. Verlag & Druck von G. Freytag & Berndt in Wien, Wien 1895.-Wien, 1:25.000, K. u. k. militär-geographisches Institut, Wien 1899.-Atlas zum Häuser-Kataster der k. k. Reichshaupt und Residenzstadt Wien, 1:3.500, Nach dem Stande am 31. Dezember 1904. Verlag Josef Lenobel, Wien 1905. -Plan der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, 1:25.000, Herausgegeben unter Mitwirkung des Wiener Stadtbauamtes. Verlag R. Lechner (Wilh. Müller), Wien 1908.-Plan von Wien, 1:15.000, Verlag von Alfred Holder, k. u. k. Hof- u. Universitäts-Buchhändler in Wien, Wien 1906.- General-Stadt-Plan der Gemeinde Wien, nach dem Stande vom 30. April 1912, Atlas zum Häuser-Kataster der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, II. verbesserte Auflage, verfaßt vom Stadtbauamte, 1:3.500. Verlag Josef Lenobel, Wien 1912.
1938: Kartengrundlagen von 1904/05.-Gesamtplan von Wien, 1:25.000, Verlag Freytag-Berndt und Artaria, Wien. Wien um 1923.-Plan von Wien, 1:20.000, Druck und Verlag der Kartographischen Anstalt G. Freytag & Berndt A.-G., Wien 1928.-Umgebung von Wien, Einzelne Nachträge bis 1941,1:75.000. Herausgegeben vom Kartographischen, früher Militärgeographischen Institut in Wien, Wien 1941.-Plan von Wien, 1:15.000. Herausgegeben und Druck: Kartographisches, früher Militärgeographisches Institut in Wien, Wien 1930.-Plan der Bundeshauptstadt Wien, in 8 Blättern, 1:10.000. Gezeichnet im Stadtbauamte. Deutscher Verlag für Jugend und Volk Ges. m.b.H., Wien vor 1938.-Reichsgau Wien, Übersicht der alten und neuen Bezirkseinteilung, 1:1 50.000, aus: Die Gemeindeverwaltung der Stadt Wien im Jahre 1938/Verwaltungsbericht, herausgegeben im Auftrage des Bürgermeisters von der Statistischen Abteilung der Gemeindeverwaltung des Reichsgaues Wien, Wien 1941.
1982: Kartengrundlagen von 1938. – Karte der statistischen Zählsprengel (Zählgebiete) von Wien, 1:25.000, herausgegeben vom Österreichischen Statistischen Zentralamt, Wien 1974.-Gesamtplan von Wien, 1:25.000, Verlag Freytag-Berndt und Artaria, Wien 1974 – Stadtkarte Wien, 1:10.000. Magistrat der Stadt Wien, MA 41 – Stadtvermessung, Wien 1975. – Gesamtplan von Wien, 1:25.000, Verlag Freytag-Berndt und Artaria, Wien 1979. – Karte der statistischen Zählsprengel (Zählgebiete) von Wien, 1:25.000, herausgegeben vom Österreichischen Statistischen Zentralamt, Wien 1974.- Buchplan Wien, 1:20.000, Verlag Freytag -Berndt und Artaria, Wien 1981.
Kostal Josef: Zusammenstellung der Gesetze, Verordnungen, Kundmachungen und Gemeinderatsbeschlüsse, betreffend die Änderungen der Wiener Stadt- und Bezirksgrenzen von 1850–1960. (Wien, o. J.).
© Wiener Stadt- und Landesarchiv, Wien
Ludwig Boltzmann Institut für Stadtgeschichtsforschung, Linz – Wien
Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Bearbeitung und Kartographie: Erich Kopecky
Verlag: Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Druck: Kartographische Anstalt Freytag – Berndt und Artaria, Wien
1. Lieferung 1982

GRENZEN IM WIENER RAUM

Stadt und engeres Umland von der Römerzeit bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts
ARBEITSGRUNDLAGEN (in Auswahl)
Anton Behsel, Verzeichniß aller in der kaiserl. königl. Haupt-und Residenzstadt Wien mit ihren Vorstädten befindlichen Häusern, Wien 1829. – Walther Brauneis, Die Vorstadt zwischen den Mauern vor dem Schottentor, in: Wiener Geschichtsblätter, Band 29, 1974, Seite 153 ff. – Felix Czeike, Das große Groner Wien Lexikon, Wien-München-Zürich 1974. – Geschichte der Stadt Wien, herausgegeben vom Alterthumsvereine zu Wien, Band l-VI, Wien 1897–1918. – Walter Hummelberger und Kurt Peball, Die Befestigungen Wiens. (Wiener Geschichtsbücher, Band 14, Wien-Hamburg 1974). – Klaus Lohrmann, Die alten Mühlen an der Wien. (Wiener Bezirkskulturführer, Band 26, Wien-München 1980). – Robert Meßner, Wien vor dem Fall der Basteien, Wien-München 1958. – Richard Perger, Die Grundherren im mittelalterlichen Wien. Teil 1–3, in: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien, Band 19/20, 21/22 und 23/25, 1963–1969 – Vindobona – die Römer im Wiener Raum. (Katalog der 52. Sonderaustellung des Historischen Museums der Stadt Wien, Wien 1977/78).
QUELLEN DER KARTENGRUNDLAGEN
Stadtkarte Wien, 1:10.000. Magistrat der Stadt Wien, MA 41-Stadtvermessung, Wien 1975, sowie einzelne Nachträge 1981.-Anton Behsel, Plan von Wien und den Vorstädten mit Kenntlichmachung des Besitzers einzelner Grundherrschaften und Einzeichnung der Burgfriedenslinie und anderer Marksteine. Blatt 1–22, 1:1.360 und 1:2.720. Handzeichnungen aus der Zeit von 1820–1825. (Wiener Stadt- und Landesarchiv, Kartographische Sammlung, Nr. 295/1 -22). – Katastral-Plan der Haupt und Residenz-Stadt Wien mit sämmtlichen Vorstädten, dem Erdberger Mais, ausser der Hundsthurmer, Matzleinsdorfer, und St. Marxer Linie liegenden zum Burgfrieden gehörigen Gründen in Nieder-Oesterreich Viertel-Unter-Wiener-Wald (Franziszeischer Kataster), 1:2.880, 1829.-Anton Behsel, Stadt mit Fortificationsgrenze und Befestigung, 1:2.880. Kolorierte Handzeichnungen von 1833. (Wiener Stadt- und Landesarchiv, Kartographische Sammlung, Nr. 229/1). – Historischer Atlas des Wiener Stadtbildes, herausgegeben von Max Eisler, Wien 1919.
Grundkarte : Die topographische Situation entspricht dem Stande von 1975, mit einzelnen Nachträgen bis 1980.
© Wiener Stadt- und Landesarchiv, Wien
Ludwig Boltzmann Institut für Stadtgeschichtsforschung, Linz – Wien
Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Verlag: Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Druck: Kartographische Anstalt Freytag – Berndt und Artaria, Wien
1. Lieferung 1982
Entwurf: Ferdinand Opll
Bearbeitung: Erich Kopecky
Kartographie: Hans – Michael Putz

VOGELSCHAUPLAN VON WIEN 1683

© Wiener Stadt- und Landesarchiv, Wien
Ludwig Boltzmann Institut für Stadtgeschichtsforschung, Linz – Wien
Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Ausschnitt aus Folbert van Alten-Allen, Vogelschau der Stadt Wien und Umgebung von Westen um 1683 (1686).
QUELLE: Historischer Atlas des Wiener Stadtbildes, herausgegeben von Max Eisler. (Arbeiten des Kunsthistorischen Instituts der Universität Wien, Band XVI, Wien 1919) Tafel XII.
Verlag: Franz Deuticke Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien
Druck: Kartographische Anstalt Freytag – Berndt und Artaria, Wien
1. Lieferung 1982